Die Geschichte unseres Alfred Kunze Sportparkes (Nach Zeitlinie geordnet)

  • (Achtung! Ständig in Arbeit, wird laufend Ergänzt und entsprechend der Zeitlinie eingetragen )
    Quellen: Sportmuseum Leipzig,
    Jens Fuge-100 Jahr Fussball in Leutzsch,



    1919
    Man schreibt das Jahr 1919. Der Erste Weltkrieg ist beendet und seit gut 2 Jahrzehnten macht sich eine neue Sportart im bisher eher vom Turnertum geprägten Deutschland breit: der Fußball.
    Aus den traditionellen Turnvereinen, welche meist schon ein halbes Jahrhundert bestand haben, bildeten sich selbstständige Ballspielabteilungen in welchen Anfangs hauptsächlich die zu dieser Zeit beliebten Sportarten wie Faustball, Schlagball, Ballhoch, Dreimannhoch gespielt wurden. Aber die neue aus Britannien stammende Sportart Fußball wird mehr und mehr dominant. Es gründen sich erstmals reine Fußballvereine und auch aus den Ballspielabteilungen der Turnvereine machen sich die Fußballabteilungen in eigenen Vereinen selbständig. Der Westen Leipzigs mit seiner rasant wachsenden Industrialisierung und dicht besiedelten Arbeitervierteln ist davon besonders „betroffen“.
    In Leutzsch spielte zu dieser Zeit unter anderem der 1906 gegründete SV Viktoria 06 Leutzsch , die 1912 gegründete Fußballabteilung des Turnverein Jahn Leutzsch oder auch die 1910 gegründete Spielabteilung des Turnverein zu Leutzsch (ab 1923 SV Sturm 1910)
    Die Gemeinde Leutzsch plante zu dieser Zeit nördlich des Bahnhofs an der Burgaue einen öffentlichen „Spielplatz“ der bis Ende1920 fertiggestellt sein soll.
    Vorgesehen sind 3 nebeneinander liegende Plätze, davon 2 Fußballfelder an den Rändern und ein Turnplatz in der Mitte.
    1920
    Etwa ab Ende 1920 war der Platz dann spielbereit, Schulen und Vereine können ihn unentgeltlich nutzen.
    Zum rundherum eingefriedeten Platz gehören 3 vollständig hergerichtete und abgegrenzte Spielfelder, eine kleine Unterkunftshalle mit Aufenthaltsraum, Umkleide und Waschräume sowie 2 gesonderte Abortanlagen. Beaufsichtigt wird die Sportanlage kurioserweise durch den Wärter der in unmittelbarer Nähe gelegenen Kläranlage.
    Mit der Eingemeindung Leutzschs am 1.1.1922 wird die Anlage öffentlicher Spielplatz der Stadt Leipzig. Für den Vereinssport wird die Anlage ab 1922 vom SV Viktoria 06 Leutzsch (ATSB) sowie ab 1923 vom TV Jahn Leutzsch (ATSB) und dem SV Sturm 1910 (VMBV) genutzt.
    Der SV Viktoria 06 nutze das mittlere Spielfeld und hat hier 2 Bretterbuden als Umkleidekabinen. Der SV Sturm 1910 nutzt das linke Spielfeld (an die „Mücke“ angrenzend) Der TV Jahn Leutzsch hingegen nutzt das vom Bahnhof aus gesehene rechte Feld (heutiger Hauptplatz des AKS) . In den Pachtverträgen aller Vereine steht festgeschrieben dass Schulen die Sportplätze an Werktagen kostenlos bis 17Uhr nutzen können.

    Nach Verhandlungen des Ausschusses für körperliche Erziehung treten kurz darauf sowohl der TV Jahn (rechtes Spielfeld) als auch der SV Sturm 1910 (linkes Spielfeld) jeweils einen 3 Meter breiten Streifen ihres Feldes an den SV Viktoria 06 (mittleres Spielfeld) ab, damit auch dessen Spielfeld eine für den Fußballsport ausreichende Breite von 77 Metern erreicht. Die Versetzung der Spielfeld Einfriedung muss Viktoria 06 übernehmen, die Versetzung der Tore jeder Verein selbst.
    1924
    1924- ein Jahr seit Pachtbeginn- hatte der TV Jahn Leutzsch bereits aus eigener Kraft sein gepachtetes Spielfeld erneuert und Laufbahnen von 100 und 360 Meter Länge geschaffen.
    Nun stellt der Verein im Mai 1924 in einem Aufruf „An die werktätige Bevölkerung von Leipzig-Leutzsch“ seinen Plan vor den Sportplatz auszubauen und vor allem sein eigenes Vereinshaus mit Turnhalle zu schaffen. Dafür bittet er die Bevölkerung um Hilfe- in Form von Vereinsmitgliedschaft, freiwilligen Spenden und Unterstützung.

    1925/26
    Am 8.Juli 1925 wird der Bauplan für ein unterkellertes zweigeschossiges Gebäude vom Amt genehmigt und so entsteht in den Jahren 1925/26 das Gebäude im Art-deco-Baustil welches in unveränderter Bauform noch heute im AKS steht und u.a. die Geschäftsstelle unseres Vereines beherbergt.
    Ein solches Gebäude zu errichten und zu unterhalten war damals gewiss kein leichtes Unterfangen für einen Arbeiterturnverein wie dem TV Jahn Leutzsch welches nur über Darlehn der Stadt Leipzig möglich war. Zur Sicherung dieser Forderungen übereignete der TV Jahn der Stadt das neu errichtete Gebäude , die Stadt wiederum überlässt es dem Verein zur Benutzung. Die geplante Turnhalle hingegen wurde nicht gebaut, was sicher wie so oft an den fehlenden Finanzen lag.


    1928
    Am 27.07.1928 fand dann die Umbenennung des Turnverein (TV) Jahn Leutzsch in Turn- und Sportverein (TSV) Jahn Leutzsch statt.
    1933
    Im Jahre 1933 dann der Wahlsieg und die Machtübernahme durch die NSDAP.
    Als Erstes werden sämtliche „marxistische Turn- und Sportvereine“ –das sind in den Augen der Nationalsozialisten alle Vereine des Arbeitersportes also sämtliche Vereine des ATSB und der KG Rote Sporteinheit verboten und deren Besitz enteignet. Die Schließung der Arbeitersportvereine Leipzigs erfolgte in zwei Wellen: am 1.April 1933 die kommunistischen und am 28.April 1933 die sozialdemokratischen Vereine.
    Am 28.April 1933 werden sowohl Platz und Vereinshaus des TSV Jahn Leutzsch , als auch der Platz des SV Viktoria 06 Leutzsch nach Durchsuchung von der Polizei mit allem Inventar beschlagnahmt und versiegelt. SS-Sturm und ein Polizist der zuständigen Wache übernehmen Besetzung und Überwachung. Das Polizeipräsidium verfügt über die Auflösung des TSV Jahn (6.6.1933) und des SV Viktoria 06 (am 18.05.1933). Das gesamte Vereinsvermögen wird beschlagnahmt und laut dem Gesetz über die Einziehung Kommunistischen Vermögens vom 26.05.1933 erlöschen damit alle Rechte der Vereine an diesem Gut. Am Ende stand die Löschung der Vereine TSV Jahn Leutzsch und SV Viktoria 06 Leutzsch aus dem Vereinsregister.
    Was passiert jedoch mit der Anlage in Leuztsch?
    Der dritte Pächter, der SV Sturm 1910 dürfte dem Schicksal seiner Platznachbarn entgangen sein, da er nicht in den Ligen des Arbeitersportes , sondern in den Ligen des DFB spielte.
    Zum anderen wurde weiterhin- wie im Pachtvertrag zwischen dem TV Jahn und der Stadt Leipzig festgeschrieben- der Schulsport der 57. Volksschule auf dem Gelände betrieben.
    Die Besetzung der Plätze von TSV Jahn und Viktoria 06 durch die SS endete im November 1933, danach führte die SA auf dem Leutzscher Sportplatz ihre Ausbildung durch.
    Verwaltet wird die Anlage durch SS Sturmführer Martin Schradt.
    1934
    Ab dem 30.05.1934 werden die ehemaligen Plätze vom TSV Jahn und Viktoria 06 einschließlich des Vereinshauses einer Fliegergruppe des Deutschen Luftsportverbandes überlassen.
    Am 09.08.1934 wird die Beschlagnahme der beiden Plätze aufgehoben und das Gelände an die Stadt Leipzig übergeben.




    1935


    Der 1932 vom Automatenhersteller Karl Schwarz gegründete Verein TURA 1932 schaffte im Jahr 1935 den Aufstieg in die Gauliga Sachsen und hatte gleich nach dem Serienmeister Schalke 04 die meisten Zuschauer im deutschen Fußball. Wohl hauptsächlich deshalb wird der Sportplatz am Bahnhof Leipzig-Leutzsch am 27.Oktober 1935 von der SA offiziell an den SV TURA 1932 übergeben- ob der SV Sturm zu diesem Zeitpunkt noch dort spielt ist unbekannt ,allerdings löst sich der Verein SV Sturm 06 im Jahre 1936 auf und die restlichen Spieler schließen sich wiederdem TV Leutzsch (ab 1941: TuS Leutzsch 1861) an .
    Im Gefolge des Verbotes der proletarischen Sportorganisationen konnte TURA die besten Spieler der verbotenen ATSB-Vereine VfK Südwest und VfL Südost sowie anderer Vereine (auch kommunistischer) regelrecht "einkaufen". Als Trainer wurde der ehemalige Bundesfußballeiter des ATSB, Robert Riedel, verpflichtet. Somit gelang es, innerhalb kurzer Zeit sowohl einen zahlenmäßig relativ großen Verein aufzubauen (Tura besaß mindestens zwölf Fussball- und vier Handballmannschaften sowie einen Spielmannszug) als auch zu großer spielerischer Klasse aufzulaufen (Die 1. Fußballmannschaft entwickelte sich zur spielstärksten in Leipzig und schaffte in den 30er Jahren einen "Durchmarsch" durch alle Ligen bis in die höchste Spielklasse, die Gauliga.).
    Die Spannung in der Gesellschaft machte sich natürlich auch auf den Fußballplatz Luft.
    Politische Begleiterscheinung des sportlichen Aufschwungs war eine zunehmende Konzentration von Sozialdemokraten im Verein TuRa1932 und in seiner Anhängerschaft - ein Vorgang, der auch der Politischen Polizei in Leipzig nicht verborgen blieb: "Auffallend ist die Tatsache, daß dieser Sportverein 'Tura' zu jedem Spiel große Zuschauermengen hat, die sich vorwiegend aus alten SPD-Angehörigen zusammensetzen. Zu erklären ist dieser Umstand dadurch, daß der Trainer dieses Vereins -Riedel- bei SPD-Kreisen große Popularität besitzt, und daß im Verein selbst ein großer Teil der Mitglieder ehemalige Arbeitersportler waren." Spiele gegen "bürgerliche" Mannschaften, wie z.B. den VfB Leipzig, als dessen Sponsor der Besitzer der "Leipziger Neuesten Nachrichten" galt, waren begleitet von "regelrechten Protestkundgebungen, die einen marxistischen Charakter nicht verleugnen konnten.
    Der Leutzscher Fußballplatz bot ein Forum für ungefährlichen Protest. Es kam zu aufführerischen Reden, Rufen und Sprechchören. Auch Widerstandsgruppen, wie die von Georg Schwarz trafen sich auf den Zuschauerrängen der TuRa-Spiele.

    "Ich wurde in dem Moment zum Patrioten, als mir klar wurde,daß man mir verbieten will, einer zu sein"

  • 1936
    Den Nazis versuchten der Oppositionsbewegung bei der TuRa auf ihre Weise Herr zu werden. Die als "politisch unzuverläßlich" eingeschätzte TuRa sollte mit der SPIELVEREINIGUNG fusioniert werden. Beide Vereinsleitungen ließen Ihre Mitglieder im Sommer 1936 über eine Fusion abstimmen. Während die SPIELVEREINIGUNGS-Mitglieder fast geschlossen dafür stimmten ,lehnten die Mitglieder der TuRa geschlossen ab. Die Installation eines Großvereins im Westen Leipzigs war damit (vorerst) gescheitert!
    1938
    Doch die politische Führung der NSDAP in Leipzig ließ nicht locker und bereitete am 11.Oktober 1938 für Tura 1932 eine neue Fusion vor.
    Nach der Pleite mit Spielvereinigung im Jahre 1936, ist diesmal der SV 99 (Nachfolger von Britania 1899 und Spielstätte „99er“) als Partner vorgesehen. Die Handlungsfreiräume für die Vereine sind bei dieser Zwangsfusion nicht mehr gegeben. Der neue ist Name "Turn- und Rasensportverein Leipzig von 1899" kurz TuRa1899.
    Nach sieben Jahren selbstlosen ,rastlosen Einsatz für seinen Verein mußte Schwarz der Bildung eines neuen, starken Großvereins im Westen zustimmen. Er mußte sich den politischen Wünschen seiner "Kameraden" fügen, wurde abgelöst und zog sich enttäuscht vom Fußball zurück.
    Gespielt wurde auf dem TuRa Platz in Leutzsch (erste Mannschaft), in Lindenau auf dem alten "99er" und auf der Schafswiese, die vorwiegend die Jugend benutzte.

    Etwa um diese Zeit herum wurde an der neuen Regattastrecke an der weißen Elster (in etwa auf Höhe der heutigen DHfK) eine neue Regattatribüne eingeweiht.
    Was dies mit dem Alfred Kunze Sportpark zu tun hat? Dazu einige Jahre später mehr....
    1944
    Der Zweite Weltkrieg macht vor dem Fußball keinen Halt. Immer mehr junge Männer werden eingezogen, Straßen und Schienenwege sind zerstört, Benzin ist knapp. Die Durchführung eines geregelten Spielbetriebs wird immer schwerer. Um spielfähige Mannschaften stellen zu können, schließen sich immer mehr Vereine in Deutschland zu Kriegsspielgemeinschaften zusammen. Ab Frühjahr 1944 gehen Tura 99 und die SpVgg Leipzig zur KSG Tura 99/SpVgg Leipzig zusammen.
    Im Juli 1944 wurde Georg Schwarz von den Nazis verhaftet, am 23. November 1944 zum Tode verurteilt.
    1945
    Am 12. Januar 1945 wurde Georg Schwarz in Dresden hingerichtet.

    Am 01.April 1945 bestreitet die KSG Tura/SpVgg beim Osterturnier im Leipziger Westen gegen den TuB Leipzig (3:2) ihr letztes Spiel.
    Bei einem der letzten alliierten Bombenangriffe auf Leipzig kommt am 6.April 1945 Tura-Gründer Carl Schwarz ums Leben.

    Am 18.April 1945 ziehen die Amerikaner in Leipzig ein.
    Im Juni 1945 zogen die Amerikaner auf der Grundlage der Vereinbarungen der Vier-Siegermächten ihre Truppen aus Leipzig und dem Bezirk ab und die Rote Armee rückte ein. Für den Sport und damit auch den Fußball standen weiter schwierige Verhältnisse bereit.
    Einschneidend waren aber sportpolitische Entscheidungen. Zum Beispiel 10. Oktober 1945 Kontrollgesetz Nr. 2 und Kontrollratsdetektive Nr. 23 vom 12. Dezember 1945 : Sämtliche Sportvereine sind als „bürgerliche Vereine“ verboten. Während in den westlichen Zonen dieses Verbot bald wieder aufgehoben wird, bleibt es in der SBZ bestehen. Damit verschwindet der Name Tura für immer aus der Geschichte des Leipziger Fußballs.


    Abschließend zur Ära TuRa , kann jedoch gesagt werden das seit den Umbauten des TV Jahn Leutzsch in den 20ern von der Zeit der TuRa im Sportpark von 1935-1945 keinerlei nenneswerten Investitionen oder heute noch erhaltenen "Meilensteine" im heutigen Alfred Kunze Sportpark zu sehen sind. :(


    1945 nach Kriegsende
    Nach und nach kehren die Überlebenden des Kriegs zu ihren Vereinen zurück. Es fehlt zunächst an allem, an Bällen, Trikots, Schuhen u.s.w. Trotzdem ist der Wille da, sich wieder im sportlichen Wettkampf zu messen. Sport wird zunächst nur in kommunalen Sportvereinen geduldet.
    Die Neuorganisation vollzog sich über Sportgruppen oder Spielgruppen (SG). Die Bezeichnung Sportgemeinschaft mit der gleichen Kurzbezeichnung SG kam erst später auf.
    Mit vielen ehemaligen Tura Spielern beginnt die SG Leutzsch im Sportpark Leutzsch den Spielbetrieb wieder aufzunehmen. Bereits im Herbst 1945 startet die erste Nachkriegssaison. Zunächst wird nur im Leipziger Raum gespielt, überregionaler Sportverkehr ist vorerst verboten
    Einen kompletten Übergang gab es natürlich nicht, da ja zahlreiche Tura-Spieler bei der Wehrmacht waren und 44/45 nicht für Tura spielen konnten. Viele Tura-Spieler kehrten, wenn überhaupt, erst nach und nach aus dem Krieg bzw. Gefangenschaft zurück.
    Trotzdem setzte sich die 45/46er SG Leutzsch fast komplett aus Spielern der alten Tura zusammen.



    1947
    1947 wurde die Mitte der 30er Jahre in der Weißen Elster errichtete Regattatribüne vom Elsterflutbett nach Leutzsch in den Sportpark umgesetzt. Weil in den Nachkriegswirren Brennstoffe rar waren und die Bevölkerung immer auf der Suche nach Brennholz war, wurde eben auch die Konstruktion am Elsterflutbett in Mitleidenschaft gezogen. Karl Plättner, damals Adjudant des Leipziger Polizeichefs und engagierter Mitstreiter für den Wiederaufbau des Sports und insbesondere des Fussballs in Leutzsch organisierte die Rettung des Bauwerks. Die Regattatribüne wurde kurzerhand am Elsterflutbett abgetragen und im Leutzscher Sportpark wieder aufgebaut. Damit ist unsere Tribüne im AKS ein Wohl in der Welt bisher einmaliges Kleinod mit zwei völlig verschiedenen „Lebensläufen“!


    1949
    Der Sportpark in Leutzsch wird in Georg Schwarz Sportpark umbenannt. Der 1945 von den Nationalsozialisten hingerichtete Widerstandskämpfer nutzte das Stadion in Leipzig-Leutzsch während des Nationalsozialismus für Treffen und Absprachen mit seinen Genossen.
    Am 11.März 1949 präsentierte sich die Mannschaft vor 16000 Zuschauern beim Spiel gegen Union Oberschönweide (Vorgänger von Union Berlin) im umgebauten Stadion in welchem die Wälle erhöht wurden sind.
    In der Sowjetischen Besatzungszone beginnen die Sieger immer mehr, ihr politisches System zu etablieren. Das bedeutet für den Sport, dass die Vereine nicht mehr als freie bürgerliche Vereine sondern auf der wirtschaftlicher Basis der Produktion als Betriebssportgemeinschaften organisiert werden. Auch um die SG Leutzsch macht diese Entwicklung keinen Bogen.
    Am 21.März 1949 fand im Leutzscher Sportlerheim eine bedeutsame Sitzung statt, in deren Verlauf die neue Zentralsportgemeinschaft Industrie entstand. Für deren Entstehung wurd die SG Leutzsch mit der SG Lindenau Hafe, der SG Lindenau Aue, der SG Böhlitz Ehrenberg und der SG Mitte vereinigt, nicht ganz auf freiwilliger Basis aller Beteiligten.Die Zentralsportgeminschaft Industrie sollte die Grundlage für die Umwandlung der Sportgemeinschaften in Betriebssportgemeinschaften bilden . Nach und nach traten die beteiligten SGs als neue BSGen wieder aus der Zentralsportgemeinschaft aus, die so gesehen und gewollt nur eine sehr kurze Lebensdauer hatte.

    "Ich wurde in dem Moment zum Patrioten, als mir klar wurde,daß man mir verbieten will, einer zu sein"

  • Platzhalter 50er und 60er Jahre
    1950
    Im August 1950 beginnt ein neues Kapitel im Leutzscher Fußball. Nun wird der Verein vom VEB Lacke und Farben (lacufa) unterstützt. Aus der ZSG Industrie wird die BSG Chemie Leipzig. Chemie kommt schnell mit den neuen Bedingungen in der frühen DDR zurecht. Neben dem offiziellen Trägerbetrieb unterstützen zahlreiche kleine und mittelständische private Firmen, Handwerker u.a. den Verein. Die Stadt Leipzig mit ihrer Universität und den Hoch- und Fachschulen ist interessant für auswärtige junge Spieler.
    Gleich in der Ersten Saison als BSG Chemie Leipzig wird 1950/51 der Erste Meistertitel nach Leutzsch geholt. 19 Jahre nach der Gründung der Tura durch Karl Schwarz erfüllt sich der Traum des Tura-Gründers, den Deutschen Meistertitel nach Leipzig zu holen, den er selbst nicht mehr erlebt. Chemie Leipzig ist nicht nur ein Spitzenverein der DDR, Chemie hat auch die meisten Zuschauer in der DDR-Oberliga.


    1951/52
    Mit der Organisation der Vereine auf der Grundlage von Industriezweigen nach sowjetischen Vorbild erfolgt nach und nach eine Uniformierung der Vereine. So werden alle Mannschaften eines Industriezweiges in Sportvereinigungen zusammengefasst. Diese tragen nun alle den gleichen Namen. So gehören z.B. zur Sportvereinigung Motor alle Vereine des Maschinenbaus, zur SV Lokomotive alle Vereine des Verkehrswesens und eben zur SV Chemie alle Vereine der chemischen Industrie. Nicht nur die Namen der Vereine werden angepasst, auch die Vereinsfarben. Da die SV Chemie die Farben grün-weiß führt, muss Chemie die bis dahin getragenen rot-weißen Tura-Farben ablegen und auch in grün-weiß spielen.


    1952/53
    Inzwischen begann eine Entwicklung in der DDR, dass sich die sozialistischen Funktionäre immer mehr in den Sport einmischen. 1952/53 planen die Verantwortlichen der Kasernierten Volkspolizei (KVP), in Leipzig einen Großverein zu bilden. Grundlage sollen die Spieler der Meistermannschaft von Chemie bilden. In Leutzsch erscheinen Funktionäre der KVP und versuchen die Spieler zu einem Wechsel zu Vorwärts Leipzig zu überreden. Neben den Zusagen von besseren Gehältern und anderen Vergünstigungen wird auch mit Repressalien gedroht. 7 Chemie-Spieler können nicht widerstehen und wechseln sofort zu Vorwärts. Chemie ist gezwungen, über Nacht eine neue konkurrenzfähige Mannschaft zusammenzustellen. Als die die Punktspiele 1953 wieder beginnen, strömen Zehntausende zu den Spielen von Chemie. Der Georg-Schwarz-Sportpark in Leutzsch ist nun zu klein und Chemie weicht ins Bruno-Plache-Stadion in Probstheida aus. Zuschauerzahlen von 30.000 – 40.000 sind jetzt keine Seltenheit. Die Leutzscher Legende ist geboren. Die Vorwärts -Mannschaft dagegen stößt auf völlige Ablehnung bei der Leipziger Bevölkerung und trägt ihre Heimspiele fast ohne Publikum aus. Noch während der Saison wechselt Vorwärts von Leipzig nach Berlin. Das Experiment der Funktionäre ist gründlich schief gegangen.


    1954
    Im Jahre 1954 beschließen die Funktionäre erneut Veränderungen im DDR Fussball mit Auswirkungen auf Leipzig und Chemie. Schon lange halten Diskussionen über unzureichende Basis der BSG Chemie und anderer Vereine an. Jetzt werden Änderungen vorgenommen , die wieder einmal einschneidende Veränderungen bringen-vorallem für Chemie-denn der erfolgreiche Leipziger Traditionsverein wird auf Anweisung der Funktionäre ausgelöst! Die Funktionäre bestimmen die Konzentration der stärksten Kräfte mittels der Bildung von Sportclubs. Für Leipzig waren vorgesehen: Wissenschaft, Rotation und Lokomotive.
    Chemie aber wurde in Halle/Leuna angesiedelt. Das war das Ende!
    Die Funktionäre tönten in der FUWO: “Für eine Oberligamannschaft und gar für einen Schwerpunkt hat Chemie Leipzig eine völlig unzureichende Industriebasis. Die SV Lokomotive indes hat da ganz andere Möglichkeiten in dieser Stadt. Warum sollte sich also die SV Chemie dagegen sträuben ihre Leipziger Spitzenmannschaft in die Hände der SV Lokomotive zu geben, die in Leipzig Ihren Sportclub besitzt?“
    Der Spielort des SC Lok ist das Stadion des Friedens in Leipzig-Gohlis. Neben dem neuen Namen übernimmt der Club auch die schwarz-roten Farben der SV Lokomotive.
    Am 5.September 1954 ist es soweit: Der SC Lokomotive bestreitet sein Erstes Spiel – Chemie Leipzig ist tot...................

    ..........................................................Ganz Leutzsch ist verwaist. Das Oberliga Geschehen spielt sich nun auf anderen Plätzen ab. Im Georg-Schwarz-Sportpark ist es nun nach dem Weggang der Oberliga-Elf ruhiger geworden. Doch in der BSG Chemie wird weiter Fußball gespielt. Walter Rose formiert als Spielertrainer aus ehemaligen Juniorenspielern eine Mannschaft, die in die Bezirksklasse eingereiht wird.
    Arno Huhn führt im Sportbüro der BSG die Geschäfte Kurt Berger kümmert sich um den Nachwuchs, Otto Thiele und BSG-Leiter Franz Heller schauen nach dem Rechten.
    Doch nicht einmal den alten Namen hat man dem Traditionsverein gelassen. Unter Chemie Leipzig West kickt man nun in der Bezirksklasse. Die eigene Identität wollte man sich nicht auch noch nehmen lassen. Und ohne Idealismus und Traditionsbewussten Mitstreitern hätte der kleine Verein , der Chemie nun plötzlich war nicht überlebt. Chemie war plötzlich ein Verein wie viele andere auch. Trainiert wurde zweimal die Woche abends um 18.00Uhr. Die Oberligaspieler waren weg zum SC Lok aber der gesamte Nachwuchs war in Leutzsch geblieben.
    Zum Ersten Punktspiel von Chemie Leipzig West in der Bezirksklasse kamen „aus alter Verbundenheit“ noch sensationelle 4000 Zuschauer- aber in der Zukunft musste man sich mit weniger Zufrieden geben .
    Es sind nur noch wenige Sportfreunde, die für die "kleine Chemie" Zeit und Interesse aufbringen. Chemie Leipzig steht nicht mehr im Blickpunkt der Öffentlichkeit Die jungen Spieler unter Walter Roses Leitung sind ehrgeizig genug,wenigstens einen Platz in der höchsten Spielklasse des Bezirks anzustreben. Das gelingt jedoch nicht - eine Neugestaltung des Spielbetriebs in der Bezirksklasse führt zum Abstieg der Mannschaft in die Kreisklasse.
    Zu den Punktspielen kamen um die 200 Zuschauer, die meist auf oder vor der Tribüne saßen, der Kassierer lief mit der Zigarrenkiste herum und sammelte ein was er bekommen konnte, und hinterher traf man sich im Casino. Eine grosse Familie in der jeder jeden kannte. Der Trägerbetrieb Lacke und Farben spendierte die Dresse ,ab und an mal ein paar Fussballschuhe.
    Turbulent ging es höchstens zu, wenn der SC Lok nach Leutzsch ausweichen musste weil das Stadion des Friedens unbespielbar war.
    Als Dr. Gerhard Helbig die Leitung des VEB Lacke und Farben übernimmt, Günter Busch und Rainer Baumann ihre Oberligalaufbahn beenden und zu Chemie zurückkehren, erhält die Mannschaft neue Impulse, werden neue Pläne geschmiedet.



    1958
    1958 fusionierten die Leutzscher mit Chemie Südwest. Das hatte allenfalls einen finanziellen Hintergrund, denn sportlich standen die Südwestler noch zwei Stufen tiefer.
    Mit der Vereinigung verfügte der Verein der sich nun wieder BSG Chemie Leipzig nannte über einen zweiten starken Trägerbetrieb: VEB Elguwa Leipzig.
    Rainer Baumann übernimmt 1961 das Training der Mannschaft und schafft gemeinsam mit den Sportfreunden Dr. Helbig, Busch, Wehrfeld (Kapitän), Steinert, Geisler, Lehmann, Döring, Kirsten, Budig, Patschewitz, Lamm, Lorenz, Rothe, Franze, Hildenhagen, Weber und Seifert im Duell mit Motor Eythra wieder den Aufstieg in die Bezirksklasse. Das Ziel "Bezirksliga" ist wieder in greifbare Nähe gerückt. Aber ehe es erreicht werden kann, erwacht der Georg-Schwarz-Sportpark zu neuen Leben.


    1963
    1963 kommt es erneut zu Umstrukturierungen im Leipziger Fußball.Durch die Sportgewaltigen der Stadt Leipzig wurde 1963 der SC Lok zusammen mit dem SC Rotation Leipzig aufgelöst und der neue Sportclub Leipzig mit Sitz in Probstheida als Bezirks-Leistungszentrum gebildet. Der SC Lok Leipzig verliert seinen Club-Status und kehrt als BSG Chemie nach Leutzsch zurück. Die vermeintlich besten Spieler der beiden Oberligisten SC Lok und SC Rotation werden in den neuen Club nach Probstheida delegiert. Die BSG Chemie musste sich mit den nicht förderungswürdigen Spielern begnügen.Die Legende vom „Rest von Leipzig“ ist geboren.
    Die Mannschaft die bis dahin die grün-weissen Fahnen hochgehalten hatte gliederte sich als III. Mannschaft der neuen BSG Chemie ein .Den Spielern und Funktionären der "kleinen" BSG Chemie, die in den Jahren von 1954 bis 1963 in Leutzsch den Spielbetrieb aufrechterhielten,gebührt auch deshalb Dank und Anerkennung, weil sie manche Stunde darauf verwandten, die schöne Anlage des Georg-Schwarz-Sportparks erhalten und pflegen zu helfen.
    Dank auch der Leitung des VEB Farben und Lacke, die weitsichtig genug war, auch in denZeiten der "leeren Ränge"die notwendige Unterstützung zu geben.




    1963/64
    Chemie erweist sich als Zuschauermagnet. Das Leipziger Publikum hat ihre 51er Meistermannschaft nicht vergessen. Und so wird der Leutzscher Georg-Schwarz-Sportpark zur schier uneinnehmbaren Festung. Mit dem Publikum im Rücken wollen die Spieler in den grün-weißen Trikots allen beweisen, dass sie besser sind als die Auserwählten in Probstheida.
    Am vorletzten Spieltag liegt Chemie sensationell auf Platz eins. Und dann kommt der legendäre 10. Mai 1964. 10.000 Leipziger Schlachtenbummler machen sich auf den Weg nach Erfurt. Ein Sieg fehlt noch, um nach 1951 die zweite Meisterschaft in die Messestadt zu holen. Chemie zeigt sofort, wer hier als Sieger vom Platz geht. Bereits nach 13 Minuten ist das Spiel entschieden. Nach einem Doppelschlag von Behla und Walter führt Chemie frühzeitig mit 2:0. Nach dem Abpfiff stürmen die Leipziger Fans den Rasen und tragen die Meistermannschaften auf Schultern in die Kabine. Chemie ist zum zweiten Mal Deutscher Meister.
    Die "Leutzscher Legende" ist mit dieser Meisterschaft mit dem "Rest von Leipzig" geboren und wird noch 50 Jahre später von den Enkeln gefeiert werden.


    1965/66
    Nun sollte man bei derart fanatischen Anhängern annehmen, dass sie 1965/66 ihre Dynamik in den Ausbau des Georg-Schwarz-Sportparks eingebracht hätten, doch weit gefehlt: Während „ihr" Verein im Zentralstadion spielte, fanden sich nur wenige Freiwillige ein, um beim Umbau in Leutzsch zu helfen.
    Da BSG-Chemie-Trägerbetrieb Elguwa keine Mittel für den Stadionausbau besaß, brachte man anscheinend nicht ausgelastete Arbeitskräfte von BBG und Kirow Werk nach Leutzsch, die bei fortlaufendem Gehalt erst gratis werkelten, später mit einer DDR-Mark pro Stunde in Rechnung gestellt wurden. Irgendwie war dies nicht die Ideallösung, so dass die Soldaten der sowjetischen Garnison Schönau einsprangen, um den „Chemikern" ein angemessenes Ambiente zu besorgen, und letztlich zeigte sich noch Alt-Sponsor VEB Lacke und Farben spendabel.
    Dank Roter Armee und VEB entstand der Norddamm, mittels 10.000 Kubikmeter Erde beseitigte man die Schräglage (!) des Spielfelds, legte eine Drainage an, gestaltete Haupteingangs- und Kassenbereich neu, schuf einen großen Parkplatz und baute - wen wundert's! -einen Zaun ums Spielfeld.


    1966/67
    Der neu gestaltete Georg-Schwarz-Sportpark wurde mit dem Saisonauftakt 1966/67 gegen Meister Vorwärts Berlin vor 22.000 eingeweiht.
    Im August 1966 wurde ein Gedenkstein für den hingerichteten Widerstandskämpfer und Namensgeber des Georg Schwarz Sportparkes in der Nähe des Haupteinganges enthüllt.

    Nun war Zeit, in Leutzsch noch einmal etwas zu tun: Der Norddamm erhielt weitere 20 Stehreihen (damit 9.000 Stehplätze!), 23 m hoch ist er als Blickfang im Stadion, vor der Tribüne richtete man Sitzplätze ein, die alte Tribüne war für den Abriss vorgesehen und es entstanden neue Kassengebäude
    Es gab zu der Zeit sogar Pläne,ein gänzlich neues Stadion hinter der Anzeigetafel des alten zu bauen, die Dämme waren bereits aufgeschüttet-wer sich neben den Kunst- und Hartplätzen hinterm Norddamm genau umschaut kann an drei Seiten diese Wälle heute noch erkennen. Geplant war ein Stadion mit einer Kapazität von 25000 Zuschauern, doch scheiterte all dies an fehlenden Geldmitteln.


    1968
    Die „FuWo": „Jeder Fußballanhänger sollte vorsichtig sein mit der Behauptung, er hätte Fußballbegeisterung erlebt, wenn er den Georg-Schwarz-Sportpark noch nicht kennt."

    "Ich wurde in dem Moment zum Patrioten, als mir klar wurde,daß man mir verbieten will, einer zu sein"

  • =Platzhalter 70er und 80er Jahre
    1970
    Die Fußball-Funktionäre der DDR glauben mit einer noch stärkeren Konzentration auf die Fußballklubs zum Nachteil der BSGen, ihre internationalen Ziele erreichen zu können. Weitsichtige Chemie-Funktionäre kämpfen darum, doch noch nachträglich, wie bei Dynamo Dresden, den Klubstatus zu bekommen, wollen mit der Unterstützung finanzstarker Industriebetriebe wie der VVB Gummi und Asbest z.B. als FC Pneumant Leipzig spielen. Diese Anstrengungen sind vergebens. Durch die Neustrukturierung im DDR-Fußball müssen auch Pläne eines neuen Stadions für 60.000 Zuschauer in Leutzsch aufgegeben werden. Die für den Georg-Schwarz-Sportpark vorgesehene Flutlichtanlage wird in Jena gebaut.


    1975
    nachdem mit einem Sieg gegen den 1. FC Union Berlin der Oberliga-Aufstieg gelungen war, las man in der FuWo „Chemie-Gesänge zauberten fast englische Atmosphäre in die traditionsreiche Leutzscher Arena."

    "Ich wurde in dem Moment zum Patrioten, als mir klar wurde,daß man mir verbieten will, einer zu sein"

  • Platzhalter 90er und 2000er Jahre


    1992
    Am 27. Mai 1992 erfolgte die feierliche Umbenennung des bisherigen Georg Schwarz Sportparkes in Alfred-Kunze-Sportpark. Namensgeber Alfred Kunze gilt bis heute als der erfolgreichste Trainer des Leutzscher Vereins.



    2000
    Im Frühjahr 2000 ist die Tribüne und der Dammsitz renoviert worden (neue Schalensitze aus dem Leipziger Zentralstadion), und am Dammsitz prangt nun in Riesenlettern: Sachsen Leipzig. Außerdem ist der Innenausbau der Tribüne geplant (Stehbierhalle, Fanshop, „Chemie-Museum").


    ca 2002
    aus "das Grosse Buch der Deutschen Fussballstadien" von Werner Skrentny : „Es ist ein beeindruckender Blick von der letzten Stufe des hoch aufragenden Norddamms, einem imposanten Stehplatzblock, wie man ihn vor dem Taylor-Report auf der britischen Insel oft vorfand: Ein enges, reines Fußballstadion ist da in Leipzig-Leutzsch über die Jahrzehnte entstanden, ebenso wie beim Lokalrivalen VfB noch mit einer Holztribüne, vor der der sog. Dammsitz (Vortribüne) liegt. Weit geht die Sicht von hier oben über Leipzigs Nordwesten, zu Schloten, den obligatorischen Fabrikruinen und einem Wasserturm.
    16 Stehstufen wächst der Norddamm empor, ehe ihn ein breiter Weg unterbricht, mit Bande und Mauer. Danach steigen die Anhänger des FC Sachsen Leipzig noch höher hinauf, weitere 20 Stufen! Dergleichen hat allenfalls Aachens „Tivoli" zu bieten. Die Tribüne nimmt die Hauptgerade ein, neben ihr hat ein Freizeit-Künstler in Grün-Weiß „den Rest von Leipzig" lebensgroß als Plastiken aufgestellt, eine Leipziger Fußball-Legende....
    Auf der Gegengerade steht das Vereinshaus mit der "Sachsenstube", davor sind unüberdachte Sitzplätze, weitere fünf Sitzreihen liegen seit der Wende unterm Dach. Das Stadion wirkt architektonisch uneinheitlich, doch kann man sich gut vorstellen, welcher "Hexenkessel" sich dort bei Heimspielen des FC Sachsen durch die Nähe entwickelt. Die Gästefans können das von zwei "Käfigen" aus beobachten.


    - Wer hat Infos /Baupläne über den geplanten Umbau des AKS mit Hotel und Sportinternat?
    -Wer hat Infos zu der letzten größeren grundhaften Renovierung des AKS in der Ära Thomas Till? Was wurde alles geschaffen/renoviert ?

    "Ich wurde in dem Moment zum Patrioten, als mir klar wurde,daß man mir verbieten will, einer zu sein"

  • Platzhalter ca 2010 bis heute
    2011
    Nach der Pleite des FC Sachsen Leipzig ist nun ein eine Lösung für die weitere Nutzung des Alfred-Kunze-Sportparks in Leipzig-Leutzsch gefunden. In das Gelände im Leipziger Westen ziehen gleich zwei Mieter ein.
    Der Sportpark im Leipziger Westen wird in Zukunft von beiden Bewerbern genutzt. Der SG Leipzig-Leutzsch e. V., als Hauptmieter, wird den Alfred-Kunze-Sportpark gemeinsam mit der BSG Chemie Leipzig e. V. nutzen, die als Untermieter in der traditionsreichen Sportstätte im Leipziger Westen zu Hause sein wird.
    Es folgen 3 Jahre Hauptmieterschaft der SGLL in welchen fast nichts im inzwischen maroden AKS investiert bzw renoviert wird.
    2014
    Das sollte sich erst mit der Insolvenz des inzwischen zum SG Sachsen Leipzig umbenannten Hauptmieters im Frühjahr 2014 ändern.

    "Ich wurde in dem Moment zum Patrioten, als mir klar wurde,daß man mir verbieten will, einer zu sein"

  • =Platzhalter 70er und 80er Jahre

    -Wer hat Infos über die Betonmeistermannschaft? Wer gab den Auftrag? Wer war der Künstler? Wann war das? Warum gibt es diese in 2 Facher Anfertigung? Wer weiß über die Odysee dieser Betonelf Bescheid? Wer holte wann diese Meistermannschaft jahrzehnte später nach Leutzsch?


    Die Holzfiguren wurden 1964 von Bildhauer Günter Schumann erschaffen, 1992 vom gleichen Künstler in Beton gegossen. Zwei Tage vor (16.7.99) dem Benfica-Spiel sorgte der Club der Hundert dafür, dass die Figuren im AKS aufgestellt werden (Kosten 25TDM). Übrigens hat der Torwart mi Original ein rotes Trikot.


    Geschichte der Holzfiguren und mehr ist ausführlich nachzulesen in Ausgabe 1 von Culthoch64 ;-).
    Außerdem: Die Geschichte von Deutschlands erstem Fußballstadionzaun in Ausgabe 3 von Culthoch64.


    Laut einer Statistik von Christoph Biermann (Fast alles über Fußball) ist der AKS die achtälteste Spielstätte Deutschlands (vgl. Seite 17 in Ausgabe 5 von Culthoch64).


  • Die Holzfiguren wurden 1964 von Bildhauer Günter Schumann erschaffen, 1992 vom gleichen Künstler in Beton gegossen. Zwei Tage vor (16.7.99) dem Benfica-Spiel sorgte der Club der Hundert dafür, dass die Figuren im AKS aufgestellt werden (Kosten 25TDM). Übrigens hat der Torwart mi Original ein rotes Trikot.


    Geschichte der Holzfiguren und mehr ist ausführlich nachzulesen in Ausgabe 1 von Culthoch64 ;-).
    Außerdem: Die Geschichte von Deutschlands erstem Fußballstadionzaun in Ausgabe 3 von Culthoch64.


    Laut einer Statistik von Christoph Biermann (Fast alles über Fußball) ist der AKS die achtälteste Spielstätte Deutschlands (vgl. Seite 17 in Ausgabe 5 von Culthoch64).


    Danke, ich hab ja vor 1-2 Jahren ein paar Ausgaben des Culthoch von dir erstanden und werde diese- wenn ich beruflich nicht so eingespannt bin- nach den Infos durchstöbern :thumbsup:

    "Ich wurde in dem Moment zum Patrioten, als mir klar wurde,daß man mir verbieten will, einer zu sein"

  • Aachja, noch die Info daß bisher das Logo von Tura 1932 immer falsch dargestellt wurde (u.a. Wikipedia) und zwar Rot-Weiss. Ich weiß nicht ob es dieses Rot-Weiße Logo wirklich gab-vielleicht kurz vor der Fusion zu TuRa1899 so um 1937/38 rum- aber in den Gauligajahren Mitte der 30er war das TuRa Logo definitiv Blau-Weiß . Ich erinnere mich auch daß meine Oma (damals bei TuRa aktiv) genau so einen Aufnäher in Blau-Weiß hatte. Die Trikotfarben der Fussballmannschaften waren Weinrot und darauf war der Blau-Weiße TuRa Aufnäher. Wer sich die alten farbigen Zigarettenbilder der Gauliga anschaut wird dies bestätigen können.

    29bzo9c.jpg


    2evd91w.jpg

    "Ich wurde in dem Moment zum Patrioten, als mir klar wurde,daß man mir verbieten will, einer zu sein"

  • Wenn ich den unreklektierten Mist auf unserer Homepage zum Thema "120 Jahre Britannia" ( https://bit.ly/2Hx9WxK ) wieder lese, könnte ich kotzen vor soviel Unwissenheit über die eigene Historie!

    Britannia war nie Vorgänger von Chemie sondern spielte wie auch seine Nachfolger auf dem "99er" -der auch deswegen so heisst.

    Nur durch die Zwangsfusion 1938 mit Tura1932 zu Tura1899 kam der Verein für ein paar Jahre in unserer Historie vor. Aber selbst da spielte die Erste Mannschaft in den Weinroten TuRa Trikots im AKS während der Rest des Vereines in den Blau/Weiß/Gelben Trikots auf dem 99er resistierte.

    Spätestens nach ein paar Tagen ZSG Industrie Leipzig fand nach dem 2.WK dann schon wieder die Trennung statt , denn die ZSG Industrie Leutzsch machte sich selbständig und spielte wieder auf dem 99er in der zweithöchsten Spielklasse (Landesliga Sachsen-West) während die ZSG Industrie Leipzig im AKS in der höchsten Spielklasse (DS-Liga) spielte. Der Rest ist bekannt, aus der restlich verbliebenen ZSG Industrie Leipzig (nachdem sich schon die BSG Konsum, die BSG Industrie Hafen ,die BSG Mechanik Böhlitz-Ehrenberg sowie die BSG Lokomotive Nord als neue Vereine aus der ZSG Industrie verabschiedet haben) wird die BSG Chemie Leipzig, aus der ZSG Industrie Leutzsch wurde die BSG Stahl Nordwest.

    Mit der selbsen Argumentation mit welcher man immer wieder Britannia als unseren Vorgänger hineininterpretieren will, könnte man ebenso den VFB Leipzig als unseren Vorgänger herbeireden. Denn schließlich fusionierten ja 1963 der SC Rotation und die SC Lokomotive zum SC Leipzig (Leistungsträger) und der BSG Chemie Leipzig (der Rest) .

    "Ich wurde in dem Moment zum Patrioten, als mir klar wurde,daß man mir verbieten will, einer zu sein"