Sachen gibts...

  • Conne Island
    07.10.2016


    Während im Sommer 2015 am Münchner Hauptbahnhof Bürger_innen Kuchen und Kuscheltiere an ankommende Geflüchtete verteilten, besann sich der sächsische Mob der neunziger Jahre und machte verbale und körperliche Übergriffe auf Migrant_innen und deren Unterkünfte wieder zur Normalität. Als Konsequenz dieser Entwicklungen beschloss das Conne Island-Plenum, sich der „Welle der Willkommenskultur“ anzuschließen und den Laden aktiv für Geflüchtete zu öffnen, für deren Teilhabe zu werben und ihnen das kulturelle Angebot für den Spendenbeitrag von 50 Cent zur Verfügung zu stellen. Außerdem fassten integrative Projekte im Conne Island Fuß, wie zum Beispiel Skateboard- und Fahrradselbsthilfeworkshops oder Deutschkurse. Das fühlte sich gut an – schließlich wollten wir nicht hinter der sich vor Hilfsbereitschaft überschlagenden Zivilgesellschaft zurückstehen. In dem Gefühl, das Richtige zu tun und den Legidist_innen und ähnlichem Volk irgendwie etwas entgegenzusetzen, bestand kurzweilig eine große Sorge des Plenums darin, nicht schnell genug möglichst vielen Geflüchteten das Angebot publik machen zu können. Daher blendeten wir übergangsweise aus, dass insbesondere der quasi kostenlose Eintritt zu allen Veranstaltungen auch diverse Fallstricke barg.
    Gemeinsam zu feiern und im Zuge dessen wie von selbst eine Integration junger Geflüchteter im Conne Island zu erreichen, stellte sich als recht naiver Plan heraus.
    .....
    Gruppen umherziehender Männer gehören wohl zu den meistgehassten und - unter Umständen -gefürchteten Menschengruppen vieler Frauen, Lesben, Schwulen und Transgender auf der ganzen Welt. Egal ob die Betreffenden Syrer, Connewitzer, Ghanaer, Eilenburger, Leutzscher oder Russen sind, haben sie leider in erschreckend vielen Fällen eines gemein: Es kommt zu sexistischen Kommentaren – egal ob abfällig oder vermeintlich bewundernd – und nicht selten auch zu Handgreiflichkeiten gegenüber Frauen, die ihren Weg kreuzen. Gesellen sich zu Selbstüberschätzung und mangelhaftem Sozialverhalten dann noch Alkohol und/oder andere Drogen, laute Musik und die unübersichtliche Situation im Club, wird für Frauen der ausgelassene Tanzabend schnell zum Spießrutenlauf. Wer bereits die Erfahrung einer ungewollten Berührung im Schritt oder eines umzingelnden, penetranten Antanzversuchs gemacht hat, überlegt sich plötzlich zweimal, ob ein Samstagabend mit Netflix nicht sinnvoller ist, als sich mit aufdringlichen Blicken, Sprüchen und Gegrapsche auseinanderzusetzen. Dies betrifft auch Frauen, die grundsätzlich schlagfertig und wehrhaft sind und sich körperlich nicht als den meisten Männern unterlegen empfinden.
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    Die stark autoritär und patriarchal geprägte Sozialisation in einigen Herkunftsländern Geflüchteter und die Freizügigkeit der westlichen (Feier-)Kultur bilden auch bei uns mitunter eine explosive Mischung. Sexistische Anmachen und körperliche Übergriffe sind in diesem Zusammenhang im Conne Island und in anderen Clubs vermehrt aufgetreten – auch mit der Konsequenz, dass weibliche Gäste auf Besuche verzichten, um Übergriffen und Auseinandersetzungen aus dem Weg zu gehen. Hierbei müssen wir uns ganz klar die Frage stellen, ob wir uns als Plenum ausreichend solidarisch mit den Betroffenen gezeigt oder auf den antisexistischen Bemühungen der letzten Jahre ausgeruht haben.
    Aufgefallen ist außerdem der Missbrauch des „Refugees-Fuffzigers“ durch junge Männer mit Migrationshintergrund, die in größeren Gruppen insbesondere Tanzveranstaltungen am Wochenende besuchen und den geringen Eintritt gern bezahlen um dort für Stress zu sorgen.
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    Dabei erlebten wir teilweise eine neue Qualität der Vorfälle - meist unabhängig von der Besucher_innenzahl und der Art der Veranstaltung. Entgegen unseres üblichen Vorgehens musste beispielsweise. in mehr als einem Fall die Polizei eingeschaltet werden, da das Maß an körperlicher Gewalt gegenüber den Secu-Personen nicht mehr zu handhaben war. Aufgrund dieser Überforderung kam sogar die Überlegung auf, Parties vorübergehend auszusetzen. Dabei war vonseiten des Plenums immer klar, dass keine doppelten Standards angelegt werden können. Sexistisches, homophobes, rassistisches oder antisemitisches Verhalten wird nicht akzeptiert und kann auch nicht durch Herkunft oder Sozialisation gerechtfertigt werden. Immer wieder machen Betreiber_innen des Conne Islands und anderer Projekte aber auch die Erfahrung, dass unbeteiligtes Publikum zum Problem werden kann. In vorauseilendem Antirassismus wird Einlasspersonal zurechtgewiesen, wenn Personen mit Migrationshintergrund des Platzes verwiesen werden oder es werden kulturalistische Erklärungsmuster zur Verharmlosung sexistischer Übergriffe angebracht („Woher soll er wissen, dass man hier mit Frauen so nicht umgeht?“).
    Uns zur Problemlage so explizit zu äußern, fällt uns schwer, da wir nicht in die rassistische Kerbe von AfD und CDU/CSU schlagen wollen. Die Situation ist jedoch derart angespannt und belastend für viele Betroffene und auch für die Betreiber_innen des Conne Islands, dass ein verbales Umschiffen des Sachverhalts nicht mehr zweckdienlich scheint. Wir halten eine Thematisierung der Problematik innerhalb der Linken für längst überfällig und wollen dem Rechtspopulismus nicht die Deutungshoheit in dieser Debatte überlassen. Mehrere Anläufe einer öffentlichen Auseinandersetzung zur Situation in Kooperation mit anderen Clubs wie dem Institut für Zukunft (IfZ) schlugen fehl, da es den meisten Veranstalter_innen ähnlich schwer fällt sich zu artikulieren, ohne dabei in den rassistischen Tenor einzustimmen.
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    Der „Hilferuf“ des links-alternativen Freiburger Clubs White Rabbit Anfang des Jahres und die Reaktionen aus Presse und linken Kreisen zeigten deutlich, wie schwierig es ist, offensiv solidarisch mit Geflüchteten zu sein, rechten Stimmungen entgegenzuwirken und gleichzeitig anzuerkennen, dass mit dem Tragen eines „Refugees Welcome“-Beutels eben nicht automatisch alle Probleme und Konflikte gelöst sind.
    ...


    Ganzer Artikel im Original HIER zum nachlesen.



    Aus nachvollziehbaren Gründen gibt es dazu von mir hier NO COMMENT 8)


    P.S einen Link habe ich noch : https://www.polizei.sachsen.de/de/MI_2016_45398.htm :kopf:

    "Ich wurde in dem Moment zum Patrioten, als mir klar wurde,daß man mir verbieten will, einer zu sein"

  • Die große Syrer – Medien - Verarsche


    Die letzte Woche hat eindrucksvoll gezeigt, wie die Massenverblödung aufgezogen wird. Nachdem die Kampagne „Flüchtling findet 500 € und bringt sie zurück“ nur noch Gelächter hervorgerufen hat, startete nun „Flüchtlinge fangen Terroristen“. Schon nach kurzer Zeit merkte man in den Kommentaren aller Zeitungen, dass niemand die Geschichte tatsächlich glaubt. Angefangen beim ständig ändernden Ablauf, dem zufälligen Versagen der Sicherheitsbehörden, bis hin zur Verwandlung der Möbel. Oder ist niemandem aufgefallen, dass sich u. a. die Couch von Bild zu Bild verändert hat? Genauso wie die Kleidung, die scheinbar mehrmals am Tag gewechselt wurde. Beim „Würgebild“ sieht man eine zierliche Person, mit rasierten Armen, schmaler Taille und funkelnden Gürtel– eindeutige Merkmale einer Frau.
    Nachdem der vorgeführte Terrorist wie auch die „Helden“ medienwirksam in Szene gesetzt wurden sind, bricht er das Schweigen und erklärt, dass die anderen Mittäter sind. Eine zufällige, anonyme Kontaktaufnahme über das Internet schien von Anfang an eine sehr dünne Geschichte gewesen zu sein. Ehe es jedoch noch brenzliger wird für die „Helden“, die zu guten Flüchtlingen aufgebaut werden sollten, erhängt sich der 22-Jährige in seiner Zelle. In einer Zelle, die speziell für die Isolationshaft gebaut ist, wo dies eigentlich nicht möglich ist. Oder kann man einfach kurz zusammenfassen: der Mohr hat seine Schuldigkeit getan und wurde aus der Geschichte wieder herausgeschrieben?!

  • Die große Syrer – Medien - Verarsche


    Die letzte Woche hat eindrucksvoll gezeigt, wie die Massenverblödung aufgezogen wird. Nachdem die Kampagne „Flüchtling findet 500 € und bringt sie zurück“ nur noch Gelächter hervorgerufen hat, startete nun „Flüchtlinge fangen Terroristen“. Schon nach kurzer Zeit merkte man in den Kommentaren aller Zeitungen, dass niemand die Geschichte tatsächlich glaubt. Angefangen beim ständig ändernden Ablauf, dem zufälligen Versagen der Sicherheitsbehörden, bis hin zur Verwandlung der Möbel. Oder ist niemandem aufgefallen, dass sich u. a. die Couch von Bild zu Bild verändert hat? Genauso wie die Kleidung, die scheinbar mehrmals am Tag gewechselt wurde. Beim „Würgebild“ sieht man eine zierliche Person, mit rasierten Armen, schmaler Taille und funkelnden Gürtel– eindeutige Merkmale einer Frau.
    Nachdem der vorgeführte Terrorist wie auch die „Helden“ medienwirksam in Szene gesetzt wurden sind, bricht er das Schweigen und erklärt, dass die anderen Mittäter sind. Eine zufällige, anonyme Kontaktaufnahme über das Internet schien von Anfang an eine sehr dünne Geschichte gewesen zu sein. Ehe es jedoch noch brenzliger wird für die „Helden“, die zu guten Flüchtlingen aufgebaut werden sollten, erhängt sich der 22-Jährige in seiner Zelle. In einer Zelle, die speziell für die Isolationshaft gebaut ist, wo dies eigentlich nicht möglich ist. Oder kann man einfach kurz zusammenfassen: der Mohr hat seine Schuldigkeit getan und wurde aus der Geschichte wieder herausgeschrieben?!


    Die große Syrer – Medien - Verarsche


    „Flüchtlinge fangen Terroristen“

    Ich bin mir ziemlich sicher die Sache wird einen Ausgang nehmen an den bis jetzt noch keiner gedacht hat.
    Am Ende weiß dann keiner mehr wer die Flüchtlinge, wer die Terroristen, wer die Sicherheitsbehörden und wer die Mittäter waren. ?(


    Tatsache ist einfach nicht alle Flüchtlinge sind Flüchtlinge der IS wird genügend Schläfer eingeschleust haben die er bei Bedarf aufwecken kann. Da keiner weiß wieviel Flüchtlinge sich in Deutschland aufhalten weil man nicht alle registriert hat ist die Chance die Terroristen herauszufinden ziemlich gering.

  • Das ist wohl mal ein Fakt das uns unsere so genannten Volksvertreter immer wieder Märchen auftischen
    um die allgemeine öffentliche Meinung zu manipulieren.
    In Zeiten von TTIP und CETA sollen wir uns gefälligst mit anderen Sachen beschäftigen um später mal vor vollendeten Tatsachen zu stehen.


    Scheiße , es funktioniert leider ! ?(

  • Und wer glaubt das es Zufall ist, daß nur 1 (!!!) Tag nach dem beispiellosen Versagen der sächsischen Justitz mit deutschland- und weltweiter Kritik an allen Möglichen politischen Handlungsträgern (bis hin zum Innenminister!) die Presse für den deutschen Michel mit der sinngemäßen Schlagzeile "Spuren im Fall Peggy führen zum NSU " gefüttert wird, hat immer noch nicht verstanden wie die Medien in diesem Staat funktionieren! Im übrigen ist "Peggy" schon 15 Jahre tot und Uwe Böhnhardt angeblich auch schon 5 Jahre nicht mehr unter den Lebenden......


    P.S. unbestätigten Berichten der BILD zufolge soll es im Fall 9/11 auch eine dramatische Wende gegeben haben: " Uwe Mundlos`DNA wurde jetzt auf Flugzeugteilen beim zerstörten Worldtradecenter in NYC gefunden. :ironie:

    "Ich wurde in dem Moment zum Patrioten, als mir klar wurde,daß man mir verbieten will, einer zu sein"

  • P.S. unbestätigten Berichten der BILD zufolge soll es im Fall 9/11 auch eine dramatische Wende gegeben haben: " Uwe Mundlos`DNA wurde jetzt auf Flugzeugteilen beim zerstörten Worldtradecenter in NYC gefunden. :ironie:

    Es wird auch gemunkelt das er in einem früheren Leben an der Ermordung von Cäsar beteiligt war. :ironie:

  • der Herr Pilz und sein falsches Gebiss gingen mir schon vor 15 Jahren auf den Keks, jetzt sudelt er wieder. Ich glaube, ich muss mir den mal persönlich vornehmen, zur Rede stellen.
    "Diese Gruppen gibt es überall. In den östlichen Bundesländern haben wir
    die, ich nenne sie mal Proll-Hools. Die stehen finanziell meist am
    unteren Rand der Gesellschaft und holen sich über Auseinandersetzungen
    Selbstwertgefühl zurück. Hochburgen sind Dresden, Leipzig oder Chemnitz."

  • Polizei überfordert
    Antanz-Alarm auf der KarLi!


    Leipzig – Erst kürzlich musste das linksalternative Conne Island eingestehen, dass sich naive Hoffnungen auf eine problemlose Integration von Flüchtlingen ins Clubleben nicht erfüllen. Immer wieder hatten Antänzer weibliche Partygäste belästigt und sich mit Einlassern angelegt.
    Inzwischen macht das Problem auch Wirten, Händlern und Kulturveranstaltern auf der Karl-Liebknecht-Straße immer mehr zu schaffen.
    So schrieb naTo-Chef Falk Elstermann (53) in einem internen Brandbrief an seine Mitstreiter: „Seit einiger Zeit gibt es organisierte Gruppen von 3 – 4 jungen Männern, die abends/nachts im Umfeld des Südplatzes zielgerichtet alkoholisierte oder anderweitig geschwächte Passanten ‚antanzen‘ und Taschendiebstähle begehen. Was können/wollen wir unternehmen?“
    .....
    Polizeisprecher Uwe Voigt: „Wir haben einen Flyer erarbeitet, der auf die Problematik hinweist und erklärt, wie man sich vor Trickdiebstählen schützt.“ Erhöhte Präsenz vor Ort könne man momentan jedoch nicht leisten. :affen:


    Quelle und ganzer Artikel: http://www.bild.de/regional/le…302.bild.html?wtmc=fb.shr

    "Ich wurde in dem Moment zum Patrioten, als mir klar wurde,daß man mir verbieten will, einer zu sein"

  • Das ich diese Zeilen im Jahre 2016 , in Zeiten von Hatespeechwahn , Heiko Maas , Anetta Kahane und damit eingehender massenhafter Staatlicher Zensur noch in einem Kontrollierten Massenmedium lesen darf, hätte ich nicht mehr geglaubt.


    Rheinische Post- Kolumne

    Schluss mit der Schmähung des "Weißen Mannes"


    Ein Gespenst geht um in Amerika und Deutschland: das vom ominösen "Weißen Mann". Er gilt als politisch-intellektuell beschränkt und ungebildet. Die neue bunte, liberale Welt versteht er angeblich nicht mehr, oder er will sie einfach nicht begreifen. Deshalb - wie der Sieg eines zornigen Alten namens Donald Trump belege - stehe der "Weiße Mann" so wie das oft zitierte dumme Rindvieh quer im Kuhstall der Moderne. Ich meine, dass es höchste Zeit ist, dass der in US- und deutschen Medien von Hobby-Soziologen, ewigen Studenten, in die Jahre gekommenen Feministinnen und den üblichen Verdächtigen der Kultur-Schickeria geschmähte " Weiße Mann" sich die Verunglimpfung verbittet.
    Eine kluge weiße Frau und Juristin aus Düsseldorf kommentierte im Anschluss an die US-Präsidentenwahl den anscheinend politisch korrekten Salon-Rassismus am Tag nach der Wahl so: "Wenn wir Andersdenkende demonstrativ nicht ernst nehmen oder uns gepflegt über sie lustig machen, dann gibt es für die, die sich bestimmten Diskussionen vielleicht nicht gewachsen fühlen, nur eine Möglichkeit: in freier, gleicher und geheimer Wahl ein sehr deutliches Zeichen zu setzen."


    Ich wünsche mir, dass dem zunehmend rassistisch herabgesetzten "Weißen Mann" von den dünkelhaften Hohepriestern einer möglichst bunten Gesellschaft der gleiche Respekt entgegengebracht wird wie Nicht-Weißen sowie religiösen oder sexuellen Minderheiten.


    Bei den Spielen der Fußball-Champions- League wendet sich vor dem Anpfiff die Kicker-Prominenz gegen Rassismus und wirbt für Respekt. So oft jedoch in den letzten Tagen nach Trumps unerwartetem Triumph die Talkshow-Mühlen mahlten, dürften eine jede und ein jeder unwidersprochen das Zerrbild vom dumpfen, zurückgebliebenen "Weißen Mann" ohne (ach, du meine Güte) Hochschuldiplom zeichnen.
    Ob in Amerika oder in Deutschland: Kein redlicher "Weißer Mann" und tüchtiger Arbeiter, der weder eine Universität von innen gesehen noch je die intellektuelle Zentner-Last von acht Semestern Politologie schultern musste, hat es verdient, von exaltierten Hollywood- Leuten oder deutschen Alt-68ern, die nach Schuldigen für Trumps Sieg suchen, an den Pranger gestellt zu werden.


    Vor Jahren hat Friedrich Merz einmal einen CDU-Parteitag begeistert, als er zur inzwischen üblichen "Alles-ist-möglich"- Haltung bei Ehe und Familie ausrief: " Ich bin Christdemokrat und seit mehr als zwanzig Jahren mit derselben Frau verheiratet, und ich bin verdammt noch mal nicht gewillt, mich dafür zu entschuldigen." Wunderbar aufrechte Haltung eines selbstbewussten weißen Mannes.
    :tuete:

    "Ich wurde in dem Moment zum Patrioten, als mir klar wurde,daß man mir verbieten will, einer zu sein"

  • DIE Schlagzeile der Onlineausgabe der LVZ von gestern :


    Mehr als 40 Teilnehmer bei Anti-Trump-Demo in Leipzig – Protest in HGB
    Bei Nieselregen haben am Dienstagabend mehr als 40 (Anmerk. : !!!) Personen vor dem US-Konsulat gegen die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten demonstriert. Dabei zogen sie auch Parallelen zu Deutschland.
    Leipzig. Unter dem Motto „Stand Up! Represent! Trump Is Not Our President! Leipzig Against Trump!“ haben mehrere Dutzend Demonstranten am Dienstagabend gegen die Wahl von Donald Trump zum US-Präsidenten protestiert.......


    http://www.lvz.de/Leipzig/Loka…in-Leipzig-Protest-in-HGB


    :kringel: :hurra: :kringel: Die Skurilen Formen des "Qualitätsjournalismus" in Deutschland. Kein Wunder das immer weniger Menschen bereit sind DAFÜR auch noch Geld zu bezahlen :wink:


    Wie gut haben es da z.B die Schweizer! Viele informative, kluge und durchdachte Artikel von Journalisten die ihre Leser nicht bevormunden und zum Nachdenken anregen wollen:


    Friede den Hütten, Krieg den Palästen
    Von Markus Somm. Aktualisiert am 09.11.2016___________455 (!!!) Kommentare


    Amerika hat gewählt: Die Revolution.


    Ob das im Rückblick ein guter Tag für Amerika sein wird, ist offen: Zu launenhaft, zu schwer fassbar ist Donald J. Trump, dieser erstaunliche und abstossende Mann zugleich, der am Dienstag zum neuen Präsidenten der Vereinigten Staaten gewählt wurde. Was aber feststeht: Es ist eine Revolution, die vor unseren Augen statt­gefunden hat – und mit Goethe, dem grossen Dichter, können wir sagen: Wir sind dabei gewesen.


    2016 ist das Jahr der Wende. Nach der ersten Revolution, die im Sommer in Grossbritannien vorgefallen war, als ein eigenwilliges, mutiges Volk den Brexit beschloss, ist das nun die zweite Rebellion der einfachen, normalen Leute, die noch grösser, noch bedeutender, noch schmerzhafter ist für jene Kreise, die so felsenfest davon überzeugt sind, besser zu wissen, wie man ein modernes Land zu führen hat, als jene, die ihnen jetzt die Gefolgschaft verweigert haben: nämlich die Coiffeusen, die Stahlarbeiter, die Lastwagenfahrer und die Hausfrauen, die Buchhalter und Metzger, der Malermeister und die Unternehmerin, die Arbeits­losen und die Sparkassen­verwalter, die Kellner und die Kindergärtnerinnen, mit einem Wort, die Mehrheit der Leute – und allen Um­­fragen zum Trotz leben wir nach wie vor in einer Demokratie.


    Auch in Amerika, gerade in ­Amerika. Das Volk entscheidet, nicht die Elite. Es ist die grösste Ohrfeige aller Zeiten. Man muss weit zurück­gehen, bis man einen ähnlichen ­demokratischen Aufbruch erlebt hat. 1989? Vielleicht.

    Elite der Dekadenz


    Ich wiederhole mich, doch man kann es nicht oft genug sagen: In den vergangenen Jahren hat sich überall im Westen eine abgehobene, sektiererische Elite festgesetzt, die sich Tag für Tag um sich selber dreht: Man hat merkwürdige Rituale erfunden, die ­niemand versteht, der nicht ein paar Semester an einer Universität verbracht hat, wie etwa die gefürchtete Inquisition der Worte, die man politische ­Korrektheit nennt, wo Leute ohne ­Prozess zum sozialen Tod verurteilt werden, weil sie angeblich das Falsche sagen – es ist eine Elite aufgekommen, ob in der Wirtschaft oder in der Politik, die immer mehr ihr Heil im Interna­tionalen sucht, wo undurchsichtige Gremien Schwerwiegendes beschliessen, ohne dass die betroffenen Völker etwas dazu zu sagen hätten, man ist verliebt in diesen gut ausgebildeten Milieus in das Völkerrecht und die «Weltgemeinschaft», man hasst das eigene Land oder rümpft immerhin die Nase und verachtet die eigenen Leute, die etwas weniger elegant Englisch sprechen, wenn überhaupt –, oder auf Amerika gemünzt: Man belächelt jene Leute, die nicht einmal einen Pass haben, weil sie nie ins Ausland reisen. Dass die einfachen Amerikaner das nicht tun, weil sie etwa borniert wären, wie ihnen die College-Absolventen insgeheim vorhalten, sondern weil sie sich die Reise nach Europa nicht leisten können: Wen interessiert das?
    .......


    Quelle und ganzer Artikel : http://bazonline.ch/us-wahl/fr…-palaesten/story/11232666

    "Ich wurde in dem Moment zum Patrioten, als mir klar wurde,daß man mir verbieten will, einer zu sein"

  • Wenn die Eliten nicht umdenken, wird das Volk zurückschlagen
    ...
    Großbritannien und die USA haben gewählt. Die einen die EU ab und die anderen Donald Trump ins Präsidentenamt. Entgegen aller Horrorszenarien sind weder Großbritannien noch die USA im Meer versunken, noch sind die Märkte nachhaltig eingebrochen. Nein, sie sind sogar gestiegen.
    Mit der von uns keineswegs überraschenden Wahl Trumps zum US-Präsidenten wurden die Eliten nach dem Brexit abermals vollkommen auf dem falschen Fuß erwischt. Wie kann das sein?
    Die Wahlen sind eine Abrechnung mit den Eliten. Trump wurde nicht zum Präsident gewählt, weil er so ein toller Hecht ist, sondern weil die Menschen es satthaben, dass sich das oberste Prozent der Bevölkerung ausschließlich um sich selbst kümmert und sich bereichert, während der Rest auf der Strecke bleibt und obendrein für dumm verkauft wird.


    Kontakt zur Realität verloren


    So lange die Eliten Andersdenkende als dumm oder noch schlimmeres und sozial Schlechtergestellte als faul bezeichnen und sich parallel völlig realitätsfern zumeist auf dem Parkett schicker Hotels und Wohngegenden, exklusiver Events und Businessclubs, hipper Bars und Nobelrestaurants oder auf Golf- beziehungsweise Tennisplätzen bewegt, wird auch zukünftig von den kommenden demokratischen Wahlen in der westlichen Welt „überrascht“ werden.
    Nicht nur in Großbritannien, den USA, sondern auch in den Niederlanden, Italien, Frankreich, Österreich… und auch bei uns haben viele Menschen die Bevormundung, die Indoktrinierung von einer Meinung, die Lügen und die leeren Versprechen der oftmals von Lobbyisten gesteuerten weltfremden Berufspolitiker in Berlin, Brüssel, Washington, Paris, London…, die einseitige Berichterstattung, die Wall Street, die EZB, die korrupte Fifa, die betrügerischen VW-Manager, die Boni kassieren während tausende von Arbeitern ihren Job verlieren werden … summa summarum ihre Eliten absolut satt.

    Die Lawine ist ins Rollen gekommen


    Was wir erleben ist ein Wandel. Die Lawine ist ins Rollen gekommen und sie wird immer größer und kann nicht mehr gestoppt werden. Das spüren die Protagonisten in der Politik. Ihre sichere und privilegierte Welt gerät ins Wanken und „die da unten“ agieren anders als zuvor und als gewollt. In vielen Auftritten nach der Wahl in Großbritannien und in den USA spürte man regelrecht die Unsicherheit und die Angst der Damen und Herren. Anstatt zu reflektieren, wurde man trotzig. Dieses Verhalten wird die Sache nicht verbessern, sondern lediglich verschlimmern.
    ...
    Sollten die Eliten nicht ganz schnell anfangen umzudenken werden die Bürger mit einer urdemokratischen Waffe gnadenlos zurückschlagen – mit ihrem Wahlzettel. Dann werden in Zukunft noch ganz andere Personen wie Donald Trump das Zepter der Macht ergattern. Der Ball liegt jetzt bei denen oben. Wenn sie nicht beginnen etwas zu Gunsten aller Menschen anstatt nur ihresgleichen zu verändern, dann werden sie abgewählt werden.



    Quelle und ganzer Artikel auf Focus.de

    "Ich wurde in dem Moment zum Patrioten, als mir klar wurde,daß man mir verbieten will, einer zu sein"


  • Wenn kleine Verbrecher eine Bank überfallen und dafür bestraft werden,ist das gerecht . Wenn grosse Verbrecher eine Bank gründen und Milliardenschäden(nicht ihr eigenes Geld,sondern das Geld der Kunden) anrichten,ist das immerhin etwas,wofür die grossen Verbrecher noch eine Millionenabfindung erhalten . Auf Kosten von Millionen ehrlich arbeitender Menschen,die das mit ihren Steuern wieder erarbeiten müssen. ! Es gibt tatsächlich ein paar (sehr privilegierte) Irre,oder besser "Politiker",die das für Demokratie halten ! Und dann gibt es tatsächlich Mutti,die in diesem ganzen erbärmlichen Saustall weiterwursteln will wie bisher,und glaubt,dass die friedliche Revolution 1989 gegen ein stalinistisches Verbrecherregime die letzte Revolution in Deutschland war ! Toi Toi Toi !

  • Ein Lesenswerter schon 3 Jahre alter Artikel aus der FAZ aber irgendwie aktueller denn je -vonwegen an die "eigene Nase fassen wenn man aus dem Glashaus mit Steinen wirft"...oder so :cool:

    Ein Volk von Antifaschisten

    Nichts tut so gut wie das Gefühl, gegen Rechts zu kämpfen. Denn dann steht man garantiert auf der richtigen Seite. Doch hinter der eifrigen Lust, überall die braune Gefahr aufzuspüren, verbergen sich gefährliche Selbsttäuschungen.

    Wolfgang Thierse ließ sich nicht lumpen. Er kam eigens aus Berlin angereist, um das selbstlose Engagement in dem unscheinbaren Örtchen Teterow im Landkreis Rostock zu würdigen. Er lobte die „klare Positionierung gegen Rassismus und Ausgrenzung“, und er versäumte es nicht, darauf hinzuweisen, dass Rechtsextremismus „gerade im ländlichen Raum eine ernstzunehmende Gefahr“ ist. Auch Sylvia Bretschneider, die Landtagspräsidentin, kam nach Teterow und sprach von einem „Ereignis, das seinesgleichen sucht“, und pries das „klare Zeichen gegen Ausgrenzung und menschenverachtendes Verhalten“. Dann konnte es endlich losgehen. Mit kompromissloser Entschlossenheit legte die Politikerin den Ball auf das Tee und eröffnete mit einem beherzten Abschlag das Turnier „Golf gegen Rechts“. Der deutsche Antifaschismus stößt in immer neue Dimensionen vor.

    Oft heißt es, Deutschland sei das Volk der Frührentner, der Schadenfrohen, der Besserwisser. Alles Unsinn. Es ist ein Volk von Antifaschisten oder vielleicht besser: der Gegen-Rechts-Aktivisten. Denn Rechts heißt das Zauber-, Schmäh- und Schlusswort schlechthin. Mehr muss man gar nicht sagen und auch nicht wissen. Rechts? Alles klar. Sattelt die Pferde!



    Über 200 Initiativen im Kampf „gegen Rechts“ verzeichnet die Bundeszentrale für politische Bildung schon heute, und seit es die AfD und Pegida gibt, werden es immer mehr. Warum, ist klar. Nichts tut so gut wie das Gefühl, gegen Rechts zu kämpfen. Denn dann steht man garantiert auf der richtigen Seite. Wenn es stimmt, was Franz Werfel einst schrieb, dass nämlich neben dem Geschlechtstrieb kein Bedürfnis das Handeln des Menschen so sehr bestimmt wie die Sehnsucht nach moralischer Überlegenheit, dann ist leicht zu verstehen, warum der Kampf gegen Rechts solche Energien freisetzt: Er belohnt den Kämpfer mit einem maßlosen, ja mit dem denkbar größten moralischen Sieg überhaupt. Man stellt sich schließlich - irgendwie, im weitesten Sinne oder so - gegen Hitler und den Holocaust.



    „Kein Sex mit Nazis“



    Hinzu kommt, dass Antifaschismus noch nie so billig zu haben war wie heute. Früher konnte er das Leben kosten, heute kostet er nicht mehr als ein Lippenbekenntnis unter Gleichgesinnten - und schon gehört man dazu, zum erlesenen Kreis der Aufrichtigen, Anständigen, Tapferen. Die Kämpfer gegen Rechts bilden den Adelsstand der aufgeklärten Gesellschaft. Oder noch einen Schuss polemischer: Hier findet ein Ablasshandel statt; die moralische Überlegenheit kann man einfach erwerben, indem man dem Kampf gegen Rechts beitritt.

    Das Repertoire ist beträchtlich: Es gibt den Rock gegen Rechts und das Rappen gegen Rechts, natürlich singen und schreien gegen Rechts, aber auch Faschingskostüme gegen Rechts und Fußballspiele gegen Rechts. Die „Grüne Jugend“ in Hamburg lädt regelmäßig zum „Feiern gegen Rechts“, ein politisches Angebot, das übrigens von den jungen Leuten sehr gut angenommen wird, und die Kinder der Klasse 7b des Augustin-Wibbelt-Gymnasiums im westfälischen Warendorf tanzen sogar gegen Rechts - früh übt sich, was ein Antifaschist werden will. Schwer messbar ist dagegen der Erfolg der mutigen Kampagne der DGB-Jugend in Dortmund: „Kein Sex mit Nazis“. Und womöglich vermischen sich unterschiedliche Beweggründe bei der Berliner Initiative „Laut ficken gegen Rechts“.


    Zu den pfiffigsten und meistgepriesenen Initiativen gehört die von einem Regensburger Kneipenwirt gestartete Kampagne „Wir bedienen keine Nazis“. Die Idee bestand darin, dass jeder anständige (also: antifaschistische) Wirt über dem Tresen ein Schild aufhängen sollte, das klipp und klar signalisiert: Nazis sind hier nicht willkommen, hier saufen nur anständige Deutsche (und gegebenenfalls ihre ebenso anständigen ausländischen Mitbürger). Die Story wurde dermaßen hochgejubelt, dass sich bald Hunderte von bayerischen Wirten anschlossen und jeder, der sich weigerte, das alberne Schild aufzuhängen, dem Verdacht ausgesetzt war, er freue sich wohl auf Nazis an seinem Tresen.



    Kein Bier für Nazis? Geht’s noch? Woran erkennt man die denn, die Nazis, wenn sie eine Kneipe betreten? Soll ich vor der Bestellung meines Radlers eine Ehrenerklärung für unsere freiheitlich-demokratische Grundordnung ablegen? Oder für Vielfalt und Willkommenskultur? Stehe ich in bayerischen Kneipen unter Nazi-Verdacht, weil ich mir mein klägliches Resthaar aus Verzweiflung kurz geschoren habe?



    Gefährliche Selbsttäuschungen



    Der ungeheure Erfolg der Initiative bestand natürlich nicht darin, dass alle Nazis in Bayern auf Kräutertee im heimischen Wohnzimmer umgestiegen wären. Sondern darin, dass die Initiatoren selbst mit Anerkennung überhäuft wurden und einen Menschenrechtspreis nach dem anderen abräumten. Auch katholisch.de, die offizielle Internetseite der katholischen Kirche, bejubelte „Keine Bedienung für Nazis“ als volkspädagogisch besonders wertvoll und stellte fest, es handele sich um einen „Exportschlager“ - denn bald wollten auch die Wirte in Schleswig-Holstein und Sachsen den Aufkleber, weil sich herumgesprochen hatte, dass man damit in die Lokalpresse kommt, und weil es jetzt alle machen und überhaupt. Die evangelische Kirche setzte gleich ein Zeichen gelebter Ökumene und verlieh den Wirten gegen Rechts den Martin-Luther-Preis. Die aberwitzige Pointe ist, dass die falschen Antifaschisten so mit einem Preis geehrt wurden, der nach einem echten Antisemiten benannt ist.



    Oder ist das sogar mehr als nur eine Pointe? Könnte es sein, dass hinter dem ganzen antifaschistischen Eifer noch etwas anderes steckt: die Sehnsucht nach Entsühnung? Sind wir nicht alle historisch exkulpiert, wenn wir nur in der Gegenwart anständige Antifaschisten sind?

    Sicher, hier stößt die schönste Polemik an ernstzunehmende Grenzen. Denn aus der historischen Schuld einen Auftrag für die Zukunft zu machen ist natürlich nicht falsch, sondern zwingend notwendig. „Nie wieder!“ und „Wehret den Anfängen!“ sind heute so richtig und wichtig wie eh und je. Doch die Frage ist: Was genau heißt das eigentlich? Was ist Antifaschismus? Wie lässt sich die historische Erfahrung eines Totalverlustes aller moralischen Maßstäbe auf die politische Gegenwart übertragen? Mit Rock gegen Rechts? Mit Sprüchen wie „Nazis raus“? Wohl kaum.

    Hinter dem antifaschistischen Eifer stecken gefährliche Selbsttäuschungen. Lupenrein und lehrbuchhaft zeigt sich hier der Dreiklang neurotischer Störungen: Verdrängung, Abspaltung, Übertragung. Denn das ist ja das einzig greifbare Ergebnis des ständig medial angefeuerten Antifaschismus: Schuld und Verantwortung liegen bei den anderen, man kann sie weit von sich schieben und sich einbilden, man habe mit alldem nichts zu tun. Kein Wunder, dass kleine Kinder, wenn sie das erste Mal von „Nazis“ hören, an Tiere oder Außerirdische, mindestens aber an Ausländer denken. Im Geschichtsbewusstsein der Heutigen klingt es ja auch immer gleich so, als seien diese schlimmen Nazis eines Tages von außen über Deutschland hereingebrochen wie eine Heuschreckenplage. Verhallt ist dagegen die eindringliche Mahnung Klaus von Dohnanyis, Sohn des 1945 hingerichteten Widerstandskämpfers Hans von Dohnanyi, über Hitler wie über ein Mitglied der eigenen Familie zu denken und nicht wie über ein Monster: „Hitler war eine Katastrophe, aber keine Naturkatastrophe.“ Er müsse, wohl oder übel, „unser Hitler“ bleiben. Noch radikaler war nur Max Picard, der schon 1946 die - leider längst in Vergessenheit geratene - Frage nach „Hitler in uns selbst“ stellte. Da wird es dann ungemütlich.



    Echte Nazis gibt es nicht in ausreichender Zahl



    Es ist viel leichter, „Nazis raus“ zu brüllen, als der Frage auf den Grund zu gehen, wie widerstandsfähig das eigene Gewissen heute ist und ob es nicht schon in den kleinsten Herausforderungen des Alltags, zumal im Unternehmen, am Arbeitsplatz, unter dem Erwartungsdruck einer sozialen Gruppe oder eines Vorgesetzten, allzu oft den Weg in den kommoden Selbstbetrug weist. Selbst die ganz naheliegende Frage, was Vater oder Großvater damals eigentlich genau gemacht haben, ist in den meisten Familien bis heute unbeantwortet. Makrohistorisch ist das „Dritte Reich“ gründlich untersucht worden; im Mikrokosmos der eigenen Familie dominieren bis heute Vergessen, Verdrängen, Verleugnen. Könnte der antifaschistische Eifer der Nachgeborenen auch damit zu tun haben?



    Doch es gibt noch ein anderes Problem: Der Kampf gegen Rechts braucht immer neue Nahrung. Er muss immer neue Objekte finden, die sich für Ableitung und Übertragung eignen - oder eben passend gemacht werden. Da es aber echte Nazis, Rechtsextremisten, Antisemiten und Rassisten nicht in ausreichender Zahl gibt, geraten auch Akteure und Strömungen ins antifaschistische Visier, die sich nur schwer unter den Begriff Rechts bringen lassen. Da verwischen dann schnell mal die Unterschiede zwischen NPD und AfD, da steht der konservative Flügel der CSU unter Faschismusverdacht, und Thilo Sarrazin liegt auf der Linie von Jean-Marie Le Pen. Auf Details kommt es nicht an. Wo antifaschistisch gehobelt wird, fallen sehr grobe Späne.



    Stolz und frohgemut berichtete die Berliner „Antifa“ vor wenigen Monaten, dass sie eine Apotheke in Neukölln gründlich demoliert habe. Der Besitzer hatte öffentlich mitgeteilt, aus Gewissensgründen keine „Pille danach“ abzugeben. Dem „Moralisten, Fundamentalisten und Faschisten“ hat es die Antifa dann mal richtig gezeigt. Auch dem „Bundesverband für Lebensrecht“ in Berlin haben die wackeren Antifaschisten in bester deutscher Tradition die Schaufenster zertrümmert und Parolen auf die Hauswand gesprüht. Abtreibungsgegner beim jährlichen „Marsch für das Leben“ werden immer wieder von Gegendemonstranten als Faschisten beschimpft. Jeder, der ein rohes Hühnerei in die Demo wirft, darf sich einmal fühlen wie Stauffenberg im Kampf gegen Hitler - doch der Vergleich hinkt: Stauffenberg war ja auch irgendwie Rechts, oder?

    Pegidas erstes Todesopfer?



    Bei dem zwanghaften Versuch, immer und überall die braune Gefahr aufzuspüren (um sich dann in moralischer Empörung dagegen auflehnen zu können), kommt es immer wieder zu wüsten gedanklichen Verirrungen und haarsträubenden Fehlurteilen. Da ist dann schnell mal der Jude Benjamin Netanjahu ein Faschist, weil er die Palästinenser drangsaliert, aber auch Barack Obama ist einer, weil er mit Drohnen gegen Terroristen kämpft, die ihrerseits auch irgendwie Rechts sind, weil sie ja die Juden und die freie Welt hassen. Wladimir Putin ist sowieso Faschist, weil er die Krim annektiert und was gegen Schwule hat. George W. Bush, überhaupt die Republikaner in den Vereinigten Staaten, erst recht die Tea Party - der Begriff Faschismus hat sich unendlich ausgedehnt und dabei einen enormen Werteverfall erlebt.



    Mitunter nimmt der Wunsch, sich in die Pose des Kämpfers gegen Rechts zu werfen, geradezu pathologische Züge an wie im Fall des im Januar ermordeten Asylbewerbers Khaled Idris Bahray. Der zwanzig Jahre alte Mann aus Eritrea war in Dresden erstochen worden, und weil Dresden die Hauptstadt von Pegida ist, gingen 3000 Menschen ohne jede Kenntnis über Tat und Täter auf die Straße, um „Pegidas erstes Todesopfer“ zu beklagen. Volker Beck von den Grünen erstattete sogar unverzüglich Strafanzeige gegen die Kripo, die er mit den rassistischen Mördern irgendwie im geheimen Bunde wähnte. Auch hielt Beck es für denkbar, wenn nicht gar wahrscheinlich, dass die Polizisten die Spuren der rassistischen Tat verwischt hätten. Als dann ein Landsmann des Mannes den Mord gestand, ließen sich die Demonstranten davon kaum aus dem Tritt bringen und behaupteten trotzig: „Rassismus tötet!“ Vielleicht nicht direkt, aber indirekt, denn schließlich führten die schlechten „Unterkünfte für Asylbewerber, die rassistischen Polizeikontrollen und das fehlende Freizeitangebot“ - so die „Alternative Dresden“ in einer Erklärung - zur Traumatisierung der Bewohner und dann, im Einzelfall, logischerweise auch zu Gewalttaten unter Asylbewerbern. So ist die antifaschistische Welt am Ende doch wieder in Ordnung - und der Kampf gegen Rechts, so stellt man selbstzufrieden fest, ist auch hier wieder ein mutiges und notwendiges Zeichen gewesen, ja ein unmissverständliches Signal, dass man den Rechten nicht weichen wird.



    Bleibt zum Schluss nur noch nachzutragen, wie das Turnier „Golf gegen Rechts“ ausging. 4100 Euro kamen an Startgeldern und Spenden zusammen und konnten dem FC Rostock für Trainingsprogramme zur Verfügung gestellt werden, in denen bevorzugt Kinder aus Asylbewerberheimen Fußball lernen sollen. Golf als Zweitsport kann ja später noch hinzukommen. Und das jährliche Turnier „Golf gegen Rechts“ hat sich um den „New Golf Award 2015“ beworben. Ausgezeichnet werden dabei die innovativsten Ideen für ein neues Golf-Turnier.



    Kein Happy End war dagegen den Regensburger Wirten im Kampf gegen Nazis am Tresen vergönnt. Über die Frage, wem von ihnen die Preisgelder aus den zahlreichen Zivilcourage-, Mut- und Menschenrechtspreisen zustehen, gerieten sie in Streit und prozessierten gegeneinander vor Gericht.


    Quelle: http://www.faz.net/aktuell/pol…ifaschisten-13429214.html




    "Ich wurde in dem Moment zum Patrioten, als mir klar wurde,daß man mir verbieten will, einer zu sein"

  • Ich könnte im Strahl kotzen! Da freut man sich auf einen schönen Sonntag, auf die Pokalauslosung für unseren nächten Poklagegner 18 Uhr und den Weimarer Tatort mit Tschirner und Ulmen (der als einer der wenigen noch nicht Politisch Instrumentalisiert wurde) und dann sowas:

    https://www.mdr.de/sachsen/che…adtfest-chemnitz-100.html

    Die Einschläge kommen näher-zeitlich und räumlich. Und das Schlimme ist: Einige Lernresistente Vollidioten sind sich immer noch nicht zu blöd, im AKS eine "Refugee Welcome" Fahne aufzuhängen :dumm:

    "Ich wurde in dem Moment zum Patrioten, als mir klar wurde,daß man mir verbieten will, einer zu sein"