Beiträge von DEFENS

    Darf ich jetzt noch in den AKS kommen oder muß ich in die Salatschüssel fahren:lol:

    Natürlich darfst du :D, daß heisst doch nicht im Umkehrschluss ,daß alle Männer Ü50 zu RB rennen-wäre ja schlimm.

    Der Ü50 Anteil bei Chemie ist ja GottseiDank auch sehr groß -ABER im Gegensatz zu RB gibt es bei Chemie auch die darunterfolgenden Generationen (Ü40, Ü30, Ü20) wieder in einer der Bevölkerungsstruktur entsprechend großen Anzahl. Das war ja auch nicht immer so: zu Zeiten vom VFB in der 1.BL (Mitte der 90er) ist uns diese Altersgruppe mit der gesamten Jugend fast komplett weggebrochen. Erst mit den Diablos so um die Jahrtausendwende wurde Chemie wieder für die Jugend interessant und diese Leute sind heute eben die Mittlere Generation zwischen 35 und 50.

    Man kann Dynamo Dresden ja lieben oder hassen , oder es ist einem vollkommen egal..... aber was die als Fans/Ultras auf die Beine stellen, hat zumindest meinen Respekt und ist hier im Osten (wahrscheinlich in ganz Deutschland) unerreicht-so fair muss man sein !

    Gestern an einem Montag Abend mit 8000 (!) Mann von Dresden nach Hamburg.

    Und dann diese Action:




    :respekt:

    Wenn man nichts anderes kennt, ist 50x "auf gehts leipziger Jungs" vielleicht die absolute Stimmung? :lol:

    Trotz allem frage ich mich jedes mal, wo kommt diese "Masse" eigentlich her? Wo waren die eigentlich früher? Na egal.

    ....

    Da ich im Muldental arbeite und bei uns auf Arbeit ca 70% alles eingefleischte Bullenfans sind , mal der Versuch einer Psychoanlyse:


    Die "typischen" RB Fans sind zum einen Frauen jedes Alters , zum anderen Männer die zum Größten Teil über 50 sind ( Camp David Alter) .Dann natürlich noch Kinder bis zum Teeniealter. Auch kommen miner Beobachtung nach , die wenigsten RB Fans aus Leipzig. Ich schätze mal gut 2/3 kommen aus dem Leipziger Umland , aus Sachsen-Anhalt oder Thüringen.

    Warum sind die RB Fans? Also mir fällt besonders auf, daß viele dieser Leute vorher nie oder nur sporadisch Fussballspiele besucht haben.

    Versetzen wir uns mal z.B. in so einen Muldentaler aus seinem Dorf oder seiner Kleinstadt hinein, wie war dessen Alltag vor RB?

    Nach der Arbeit nach Hause, Holz kleingehackt, den Rasen gemäht und vielleicht mal m8it dem Nachbarn geplauscht. Kneipen/Restaurantes, Diskos oder Freizeitangebote sind in dessen Wohnort und im näheren Umfeld nicht vorhanden. Einmal die Woche -meist am Wochenende der Höhepunkt: Mit dem Auto nach Leipzig und einkaufen! Manchmal gab es auch andere Höhepunkte wie der Besuch eines Konzertes auf der Festwiese in Leipzig-aber das wars dann so ziemlich. Am Wochenende zum Nachbarn der ein Sky-Abo hat und bei ein paar Bier Buli geschaut und gefachsimpelt. Yep-lustig ist das Landleben.

    Nach Leipzig um Oberliga oder Regionalliga bei Lok oder Chemie live zu sehen? Ach nee da gibts nur Gegner wie Heidenau, Altglienike oder Meuselwitz. Dazu all diese Randale von denen die Medien immer berichten, da werden Frauen und Kinder geschlagen oder gar Pyro gezündet, die Stadien marode und ohne Überdachung ....das ist nichts für den braven Landmann.

    Und jetzt mit RB? Das ist ein Event! Da kann man mit Frau und Nachbarn hingehen, die Schüssel überdacht und es wird einem vom Stadionsprecher sogar vorgesagt was man singen soll. Klasse! Keine bösen Hooligans die einem an die Wäsche gehen könnten ,dazu Super Catering und ein Einkauf oder Restaurant besuch in Leipzig vor oder nach dem Spiel ist auch noch drin. Was für ein Event! Endlich 1.Buli, endlich Experte, endlich aufs richtige Pferd gesetzt......................................GENAU SO TICKEN DIESE EVENTFANS!

    Endlich hat die Eintracht heute bei den Drecksbullen gepunktet! :beten::sge:

    Das "Eventpublikum" der Bullen für 1. Bundesliga eher peinlich, gerade mal in einem Bereich von Sektor B war dauerhaft etwas von Stimmung zu sehen. Sektor D -direkt neben dem "Auswäertsblock" verbrachte bis auf ein paar Minuten das ganze Spiel sitzend (!).

    Auch erstaunlich viele freie blaue Sitze auf der Gegengeraden -insgesamt trotz vollen Auswärtsblock zu so einem 6 Punktespiel gegen den direkten Konkurenten um die Championsleague sind 38000+x ein klarer Abwärtstrend. Achja, wie gehabt verdammt viele Chemiker im Eintrachtblock , die AK64 Fahne durfte nicht fehlen und das "Eintracht Frankfurt und die BSG Chemie" schallte so laut wie noch nie durchs Zentralstadion. :respekt:

    Spielerisch hat der Tempofussball der Bullenherde mit der Eintracht endlich mal ein würdigen Gegner gefunden, der in Punkto Spieltempo um nichts nachstand.

    Erste Hälfte ausgeglichen mit leichten Chancenvorteilen (2 Torchancen) für die Eintracht, während die Bullenherde keinen einzigen Schuss zustandebrachte bei welchen der Torwart hätte halten müssen. Dafür gab es Mitte der 2.HZ für gut 20 Minuten einen Sturmlauf der Bullenherde auf das Eintrachttor, welcher durch Können, viel Glück und das Unvermögen des Gegners nicht in ein Tor umgemünzt werden konnte. Ende der 2.HZ lief die Bullenherde dann auf dem Zahnfleisch, so daß die Eintracht wieder das Spiel machte und noch 1-2 richtige Torchancen herausspielte.

    Völlig dumm danach die Einsatzplanung der anderen Bullen. Die Eintrachtfans wurden aus dem Auswärtsblock nach unten zum Rad/Fußweg direkt am Elsterflutbett geleitet-so weit so gut. Doch nun wurde der Weg in Richtung Jahnalle / DHfK von den Bullen abgeriegelt. Wer also als Leipziger Richtung Süden wollte oder als Frankfurter sein Auto in südlicher Richtung geparkt hat (z.B. Marschnerstrasse oder rund am den Zetkinpark) , der musste jetzt erstmal einen halben Kilometer in die entgegengesetzte Richtung zur Leutzscher Alle laufen, dann die Brücke überqueren und den gesamten Cottaweg wieder zurück um dann wieder die Brücke Jahnalle zu überqueren- Umweg gut 3 KM oder 30 Minuten zusätzlichen unnötigen Fussmarsch. Völlig verblödete Polizeiplanung! :fuck:

    Zuschauerrückgang bei RB Leipzig: Geringes Pokal-Interesse – Ticketaktion für Bundesligaspiele

    Häme musste RB Leipzig in der Vergangenheit immer wieder für Spiele mit geringem Zuschauerinteresse einstecken, woraufhin die Anhängerschaft in den sozialen Netzwerken schon auch mal mit Selbstironie reagierte. Zuletzt wurde die Zuschauerzahl auch in der zweiten Runde des DFB-Pokals aufs Korn genommen, als die Red Bull Arena beim 2:0 gegen Hoffenheim gerade mal zur Hälfte gefüllt war.

    RB Leipzig gegen Wolfsburg mit neuer Pokal-Minuskulisse?

    Die damals rund 21.000 Zuschauer werden nach Stand der Dinge beim Achtelfinale im DFB-Pokal gegen den VfL Wolfsburg in einer Woche (06.02.2019, 18.30 Uhr) noch mal unterboten. Bis zu 20.000 Zuschauer werden nach Vereinsangaben lediglich zur Partie erwartet. Aktuell seien rund 16.000 Karten verkauft worden, teilte der Klub auf RBlive-Nachfrage mit.

    Derzeit gibt es noch Tickets ab 15 Euro für die Partie. Der Oberrang wurde noch gar nicht für den Verkauf freigegeben. Es droht ein Minusrekord für ein Pokalheimspiel von RB Leipzig. Vor knapp vier Jahren war das Pokalspiel gegen Wolfsburg ebenfalls im Achtelfinale noch ausverkauft gewesen. Mehr als 43.000 Zuschauer wollten die Begegnung zwischen Zweit- und Erstligisten damals sehen.

    Positive Rangnick-Prognosen erfüllten sich bisher nicht

    „Das Umfeld ist bereits jetzt erstklassig“, hatte Ralf Rangnick damals rund um das Spiel frohlockt. „Ich bin mir sicher, dass es in Wolfsburg nicht ausverkauft gewesen wäre, wenn es dort stattgefunden hätte. Sollten wir mal in der Bundesliga spielen, wird das Stadion wohl 17 Mal pro Saison ausverkauft sein.“

    Von diesen Prognosen ist inzwischen nur noch wenig zu spüren. Waren in der ersten Saison noch elf von 17 Heimspielen ausverkauft, sind es in dieser Spielzeit erst drei von zehn gewesen, nämlich die Partien gegen Schalke, Mönchengladbach und Dortmund. Aus den verbleibenden sieben Spielen ist nur die Partie gegen München ein sicherer Kandidat für ein ausverkauftes Stadion. Aktuell liegt der Zuschauerschnitt um rund 2.000 niedriger als in der Vorsaison. Gegenüber der ersten Bundesligasaison muss RB Leipzig sogar Einbußen von knapp 4.000 Zuschauern pro Spiel hinnehmen.

    Ticketaktionen sollen Auslastung verbessern

    Um die Statistiken zu verbessern und den Kartenabsatz für die Rückrunde zu erhöhen, hat sich der Verein zu Ticketaktionen entschlossen. So wurden vor der Rückrunde schon Dauerkarten mit je vier Spielen verkauft. In den zwei Paketen lagen einmal das Heimspiel gegen Dortmund und zum anderen das Heimspiel gegen Bayern. Über das Interesse an diesen Topspielen sollte also auch der Verkauf für die anderen Heimspiele angekurbelt werden.

    Für die Heimspiele gegen Hoffenheim (25.02.2019) und Augsburg (09.03.2019) wurden einer weitere Aktion aufgelegt. Zum zehnten Vereinsgeburtstag werden für die Partien „limitierte Karten-Kontingente“ für 10 Euro verkauft. Interessierte Fans können gleich zehn dieser Billigtickets in allen Bereichen der Red Bull Arena erwerben. Damit dürfte die Auslastung für die beiden Spiele deutlich verbessert werden. In der vergangenen Saison war die Partie gegen Hoffenheim im Heimbereich ausverkauft. Fast 42.00o Fußballfans besuchten die Partie. Zum Spiel gegen Augsburg waren reichlich 34.000 Fans erschienen.

    Oliver Mintzlaff will Sympathisanten zu Besuchern der Red Bull Arena machen

    Über die Gründe des sinkenden Zuschauerinteresses wird immer wieder spekuliert. Der Verein verweist regelmäßig auf ungünstige Spielterminierungen oder die hohe Anzahl an Spielen in einer Gegend mit geringer Verkaufskraft. Geschäftsführer Oliver Mintzlaff hatte aber in Bezug auf den Zuschauerrückgang zuletzt ehrlich bekannt, dass ihm „das Thema Zuschauerzahlen nicht gefällt“. Dabei gebe es „viele Menschen, die noch nicht in unserem Stadion waren, aber mit uns sympathisieren. Die müssen wir abholen.“ Mit Ticketaktionen wie zu den Spielen gegen Hoffenheim und Augsburg sollen Besucher ins Stadion gelockt werden, die dann im besten Fall zu anderen Spielen und höheren Preisen wiederkommen.

    RB Leipzig kann in Umfragen immer wieder auf überdurchschnittliche Sympathiewerte in Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen verweisen. In den Zuschauerzahlen schlägt sich das aktuell aber nicht wieder. Ganz im Gegenteil droht für das Pokalspiel gegen Wolfsburg eine weitere Minuskulisse. So wie schon zuletzt beim Auswärtsspiel in Düsseldorf, als mit 500 RB-Fans so wenig Anhänger mit zu einem Auswärtsspiel reisten wie noch nie in der Bundesliga. Für das Auswärtsspiel in Hannover gingen im Vorverkauf immerhin 1.200 Tickets weg. Die Partie wird am für Auswärtsfahrer ungünstigen Freitagabend angepfiffen. Im Vorjahr waren an einem Samstagnachmittag noch 2.500 Fans mitgereist.58ef517c34d748e8995cf697b1706ff8


    Quelle: https://rblive.de/2019/01/30/z…byYPuglmG6P5D93_wEHQxpL6Y


    :p:streichel::kringel:


    Hmm gerade mal noch 5 Heimspiele in der 2.Halbserie-und das bei noch 14 ausstehenden Punktspielen! Ich denk mal eine Rückrundendauerkarte kann man sich diese Saison getrost sparen. :kratz:

    Auf jedem Fall gibt es noch den FSV Alemania Geithain, die ein paar Ligen höher in der Kreisoberliga (entspricht Stadtliga) kicken.

    Die spielen übrigens im "Henning Frenzel Stadion" :thumbdown: Die sind aus der 2.Mannschaft der SG Agro Geithain (vormals BSG Motor Geithain) hervorgegangen-ob der jetzt aufgelöste FSV Union aus deren 1.Mannschaft hervorging weiß ich nicht :kratz:

    Gegen die Jungs welche heutzutage innerhalb sämtlicher Ultraszenen ordentlich hinlangen, hätten nicht wenige „Hools“ oder solche die sich dafür halten gar keine Chance. Schon gar nicht die saufenden Prügelknaben der vergangenen Jahrzehnte.

    Naja ,aus dem Bauch heraus würde ich es (Sinnbildlich) eher so sehen:


    FIGHTS FRÜHER (Beispielbilder) :


    FIGHTS HEUTE (siehe Plzenvideo ;) ) :


    :ironie:


    Aber ansonsten gebe ich dir schon Recht, aus heutiger Sicht betrachtet waren "unsere" Vorbilder und Helden mit den Lederjacken ,der Kippe im Mund und der Bulle Schnaps in der Hand schon asoziale Alkoholiker-andere Zeiten andere Sitten. Heutzutage kostet (zum Beispiel) allein eine neue Kauleiste beim Zahnarzt schon fast die Existenz.

    Ich bin definitiv zu Alt für den Scheiss ....:prost:

    Gegen Grimma im Halbfinale u.a. nach einem unterirdischen Schiedsrichterfauxpas rausgeflogen.

    Im Spiel um Platz 3 im Elfmeterschießen gegen Borna verloren. Nunja nicht gerade mit den Top-Stammspielern angetreten ,was man aber wegen der Verletzungsgefahr und den besonderen Umständen beim Hallenfussball verstehen kann.

    Für 6 Euro einen ganzen Nachmittag/Abend Hallenfussball,dazu faire Preise beim Caterring -wenn man es entspannd sieht war es eine Reise wert.

    Hmm Miroslav Jagatic als Trainer ist für mich ein völlig unbeschriebenes Blatt, aber das waren alle vorherigen Aufstiegstrainer bei Chemie (ausser DD) ja auch.

    Deshalb vertraue ich mal auf die Kompetenz unseres Sportlichen Vorstandes , bisher sind wir da ja ganz gut gefahren.

    ...nur an den Namen werde ich mich wohl erst bei der Aufstiegsfeier gewöhnen..bei Nichtaufstieg brauche ich es sicher nicht mehr. Bis dahin ist er einfach Sportfreund Miro Jagatee :prost: :NdBSG:

    Wer offensichtlich Nazis bzw. Nazisympathisanten beherbergt, sollte sich darüber bewußt sein wen das auf den Plan rufen könnte und jetzt nicht medial so erschrocken tun.

    Weite Teile der AfD haben nun mal erwiesenermaßen antidemokratische, ja neofaschistische Grundzüge.

    Für mich gibt es aktuell nur EINE einzige faschistiode Nazigruppierung in Deutschland-das betrifft sowohl die engstirnige Agitation als auch die Gewalt gegen alle Andersdenkenden was doch sehr an die Zeiten ab 1933 erinnert: Die sogenannte ANTIFA! Denk mal drüber nach. :zaun:

    Solidarisch gegen Gewalt

    In Leipzig häufen sich die extremistischen Straftaten linker Gewalttäter. Neben dem jüngsten Anschlag in der Karl-Heine-Straße wurde auch Gasthof heimgesucht, weil der Wirt eine AfD-Veranstaltung zuließ. Inzwischen hat eine Solidaritätswelle eingesetzt.


    Leipzig

    Rund 300 Leipziger haben am Freitagabend das Angebot angenommen, in der Gaststätte „Zur Ratte“ ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen. Der Beat-Club Leipzig hatte dazu eingeladen, um der Wirtsfamilie Schneider zu helfen, der von Linksextremisten erheblicher Schaden zugefügt wurde (die LVZ berichtete). Beim Benefizkonzert mit dabei waren auch die Sängerin Cybil Caprice, die Oldie-Live-Band Leipzig sowie die Musiker Thomas Spillner und Stephan Langer von der ehemaligen DDR-Band „Winni II“.

    Hilfe aus der Schweiz

    Gastwirt Uwe Schneider zeigte sich gerührt. „Ich war geplättet, als mir die Musiker gleich am ersten Tag nach dem Anschlag erzählten, dass sie ein Benefizkonzert organisieren“, sagte er. „Es ist sehr schön, wenn man merkt, dass man nicht allein ist.“ Sogar aus der Schweiz hätten sich Menschen gemeldet und ihm finanziell geholfen. „Heute machte eine ältere Dame mit ihrem Auto vor unserem Gasthof halt, stieg aus und gab mir 150 Euro“, schilderte der Wirt die Welle der Hilfsbereitschaft. „Ich bedanke mich bei allen für die Hilfe.“

    Der Eintritt für das Benefizkonzert war gestern frei, doch um eine Spende wurde gebeten. Die meisten Gäste gaben freiwillig 20 Euro, einige sogar 100. „Manche fragen, ob sie ihr Auto lieber einige Hundert Meter weiter weg parken sollen, damit es nicht in Flammen aufgeht, wenn die Linken noch einmal zuschlagen“, berichtete Schneider. „So kann es nicht mehr weitergehen. Auch die ganz normalen Leute werden immer frustrierter. Wenn nichts geschieht, nimmt das noch ein schlimmes Ende.“ Wie berichtet, hatten linke Extremisten im Gasthof einen Schaden von 55 000 Euro angerichtet, weil der Wirt der AfD gestattet hatte, in seinem Saal einen Kreisparteitag abzuhalten.

    Enttäuschung über Bundespräsident Steinmeier

    „Ich bin gekommen, obwohl ich gegen die AfD bin“, erzählte Besucher Karl Mühlbauer aus Gohlis, der mit seiner Frau im Saal war. „Aber ich bin gegen Gewalt und finde die Musiker gut, die hier auftreten.“ Petra Böhme aus Grünau war ebenfalls gekommen, um ein Zeichen gegen Gewalt zu setzen. „Ich bin jetzt 57 Jahre alt, aber so viel blinde Zerstörungswut habe ich noch nicht erlebt“, sagte sie. Kerstin Zeidler war aus Lindenau gekommen, „um Flagge zu zeigen“. „Vielleicht wacht unser Rathaus jetzt endlich mal auf“, sagte sie. „Es muss auch endlich mehr gegen linke Gewalt getan werden. Auch Jens Melhorn aus Schönefeld erklärte: „Die Zustände sind nicht mehr vertretbar. Gewalt ist nie eine Lösung.“

    Enttäuscht waren die Organisatoren darüber, dass Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier (SPD) das von ihm erbetene „Zeichen für einen freien Meinungsstreit“ nicht gegeben hatte. Er war vom Leipziger Bundestagsabgeordneten Siegbert Droese (AfD) schriftlich darum gebeten worden. Oberbürgermeister Burkhard Jung (SPD) hatte das Benefizkonzert als ein wichtiges Zeichen gegen Gewalt begrüßt.

    Von Andreas Tappert


    Quelle: http://www.lvz.de/Leipzig/Lokales/Solidarisch-gegen-Gewalt


    Rechtshilfekollektiv Chemie Leipzig


    Eure Armut kotz uns an! Für einen Kiez für Alle, die drin wohnen!

    Eine Solidaritätsadresse ans »Pivo« und die vielen anderen falschen Feindbilder selbsternannter Kiez-Milizen.

    Seit Monaten tobt der Kampf um die Straße, um Gentrifizierungskritik, um Zugezogene, neue und alte Feinbilder und liebgewonnene Stereotype in Connewitz' Straßen und Gassen. Ganz im Stile des autonomen 80er-Jahre Häuserkampfs, antiimperialistischer Theoriefragmente und rasanter Klassenkampfattitüde wird auf die zunehmende Wohnraumverdrängung, steigende Mieten, möglicherweise falsch laufende Stadtplanung und die damit einhergehende »soziokulturelle« Veränderung des Stadtteils hingewiesen. Mitnichten wollen wir diese Entwicklungen negieren. Wir teilen die Kritik – manche von uns vielleicht etwas differenzierter oder nicht so vehement, andere wiederum mit weniger Holzschnittartigkeit – durchaus. Die Soziale Frage ist im Kiez angekommen. Auch wir wollen, das Connewitz noch möglichst lange lebenswert, bezahlbar und »anders« bleibt.

    Mit der Gentrifizierung ist das jedoch eine ziemlich komplexe Sache. Als Kampfbegriff hat sie sich fest ins Vokabular linker Stadtteilpolitik etabliert. An jeder zweiten Häuserwand prangt sie in großen Lettern. Was im Kontext von Streetart und Straßenkampfromantik sowie dem Sammelsurium an alltäglichen Ungerechtigkeiten vielen Leuten nachvollziehbar und plausibel erscheint, ist jedoch als politischer wie wissenschaftlicher Theorieansatz um einiges komplizierter. Wer kennt schon genau den »doppelten Invasions-Sukzessions-Zyklus«? Wer ist im Kontext von stadtpolitischen Veränderungen ein »Gentrifier« und wer ein »Pionier« und was tragen wir selbst zu den Prozessen bei? Welche Rolle spielen die aktuelle Konstitution von Kapitalismus und kapitalistischer Vergesellschaftung? Vor allem bei der Schuldfrage in Sachen Verdrängung und Umstrukturierung wird es haarig: je mehr man da das Abstraktionsniveau verlässt, umso problematischer und verkürzter werden die Zuschreibungen. Die Frontstellung scheint dabei für Viele glasklar: »gut« sind wahlweise die »alternativen« oder »alten« Strukturen, die sich scheinbar den Verwertungsprozessen entziehen, »böse« alles »Neue« und »Moderne«. Galt lange Zeit der »Spekulant« – nicht zuletzt aufgrund der nationalsozialistischen Geschichte Deutschlands – als antisemitische Chiffre auch in der Linken als tabu, so ist er heute als Verantwortlicher einer sich verändernden Wohnraumsituation wieder auferstanden.

    Das Feindbild des »Yuppies« folgt kurz danach. Ausgemacht wurden diese zuletzt im »Pivo«, einer nicht mehr ganz frischen Kneipe in Connewitz. Hier trinken verschiedene Leute wahlweise ihr Bier, ihren Schnaps oder ein Mixgetränk. Altlinke genauso wie Hipster, Hools und Ultras ebenso wie Feministinnen, Skins zusammen mit Techno-Hedonisten. Menschen aus dem Kiez eben. Die Liste ließe sich fortsetzen. Auch für Chemie-Fans ist der Laden ein Stück Lebenswelt geworden. Hier kann gefeiert werden, hier diskutiert man bis zum nächsten morgen, hier tanzt man auch mal auf den Tischen. Vor ein paar Tagen wurde das »Pivo« – neben anderen Objekten – zum Ziel einer klandestinen nächtlichem Attacke. Die kaputten Scheiben kann man dabei unter Umständen verschmerzen und dem bisweilen rauen Umgang im Stadtteil zuschreiben. Den Bekennerbrief und seine Argumente zu ignorieren geht leider nicht. Dort wurde in einem analytischen Parforceritt neben einem Pizzaladen, einer Versicherungsfiliale die angebliche Yuppie-Kneipe als Feinbild markiert und klargezogen. Warum es das »Pivo« getroffen hat und nicht den benachbarten Laden für hippe Hundenahrung oder gar das viel teurere »Zest« bleibt unklar. Ob es wirklich um die Bierpreise geht, auch. Denn das kostet in der »Frau Krause«, im »Heinz« oder im »Billhart« annäherend genauso viel. Die Kneipe »Pivo« wurde Ziel, »weil sie ein weiteres Konsumangebot für Yuppies und Hippster mit einem dickeren Geldbeutel ist. Sie ist Teil einer Infrastruktur, die den Standort Connewitz für Kapitalflüsse und große Investor*innnen im Immobiliengeschäft attraktiv macht und die Umgestaltung des Viertels von oben als Ziel hat. Für reiche Leute braucht es auch teure Läden.« So steht es zumindest im »Bekennerschreiben« (Fehler im Original) geschrieben. Das »Pivo« als maßgeblich für »Kapitalflüsse« und Magnet für die globale »Investorenschaft«? Gar als essentieller Teil einer Überfremdungsstrategie im Stadtteil? Verfolgt man diese These weiter, ließe sich fragen, ab wann und wie man eigentlich »dazugehört«? Ab wann genau ist man ConnewitzerIn? Qua Geburt? Nach fünf Jahren? Nur mit echten Connewitzer Eltern?

    Wäre die Aktion nicht so tragisch – man könnte sie als Witz der Geschichte einfach links liegen lassen. Wie gesagt, es geht nicht wirklich um die kaputten Scheiben. So richtig zum Lachen ist uns uns aber zur Zeit nicht mehr zumute. Das liegt auch daran, dass der Kampfbegriff der Gentrifizierung von manchen Aktiven und politischen Gruppen völlig grotesk überdehnt und auf nahezu alle Phänomene in der Stadt angewandt wird, auch wenn sich keine empirischen Belege dafür finden lassen. Statt Analyse und Kritik wird damit auf moralische Empörung und möglichst viel Action gesetzt, die nicht weiter begründet werden müssen. Eine fatale Entwicklung. Wir haben keinen Bock auf diese Form analytischer Unterkomplexität, wir finden Kneipen wie das »Pivo« gut und wichtig. Wir wollen die »alten und gewachsenen« Strukturen in Connewitz – seinen Charme, seine kulturellen und kulturpolitischen Strukturen – nicht missen, denken aber auch, dass Veränderung und Weiterentwicklung dem Stadtteil ab und an gut tut. Diese Ambivalenzen halten wir aus.

    Solidarität mit dem »Pivo«!

    Gegen Verdrängung im Stadtteil und gegen falsche Feindbildkonstruktionen!


    Rechtshilfekollektiv Chemie Leipzig, 27.Dezember 2018