Heute vor 50 Jahren

  • ...aus dem Chemie-Programm 1970 ...

    18.11.1970 BSG Chemie Leipzig - SG Dynamo Dresden


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    Ein würdiger Tabellenführer:

    Die Dresdner Dynamos sorgten in den leten Wochen und Monaten vielerorts für Schlagzeilen.

    Sowohl in der Oberliga als auch auf internationalem Parkett bestanden sie ihre Bewährungs-

    probe mit Bravour. Daran ändert auch das Ausscheiden im europäischen Messepokal nichts.

    Dynamo Dresden war vor Beginn der Saison der Geheimtip vieler Fußball-anhänger.

    Die Elbestädter enttäuschten die „Propheten" nicht. Im Gegenteil. Die Elf führt

    gegenwärtig die Tabelle an, und auch in der Rolle

    des „Gejagten" bewiesen die Schwarz-Gelben beachtliche Kaltschnäuzigkeit.

    Sektionsleiter Hans-Günter Hänsel: „Dynamo Dresden hat seine Klasse im Messepokal

    unter Beweis gestellt. Der 2:1-Sieg gegen Leeds United ist allen noch in bester

    Erinnerung. Gegenwärtig sind die Dresdner zusammen mit dem FC Carl Zeiss Jena die stärkste

    Oberliga-Mannschaft. Spielerpersönlichkeiten wie Kreische und Sammer geben der Elf das

    Gepräge. Die Nilannschaft verfügt mit Kreische - Ziegler - Hemp über eine hervorragende

    Mittelfeldachse. Die jungen Sturmspitzen sind alle körperlich in bester Verfassung und

    können über 90 Minuten ein hohes Tempo gehen. Wir erwarten eine gut-klassige Partie.

    Unsere Elf ist in der Lage, sich am Gegner zu steigern. Alle Spieler haben den Ehrgeiz,

    vom Tabellenende weg-zukommen."

    Am Sonnabend spielen

    SG Dynamo Dresden - FC Vorwärts Berlin,

    FC Carl Zeiss Jena - BSG Chemie Leipzig,

    1. FC Magdeburg - HFC Chemie,

    BFC Dynamo -BSG Wismut Aue,

    1. FC Union Berlin - FC Hansa Rostock,

    1. FC Lok Leipzig - FC Rot-Weiß Erfurt,

    BSG Sachsenring Zwickau - BSG Stahl Riesa.


    Nächstes Heimspiel: Am Sonnabend, dem 5. Dezember 1970, 14.00 Uhr gegen den 1. FC Magdeburg.

    VOR DEM ANPFIFF


    1. SG Dynamo Dresden 10 21: 7 15: 5 1.

    2. FC Carl Zeiss Jena 10 27:15 13: 7 2.

    3. 1. FC Union Berlin 10 15:13 12: 8 3.

    4. BFC Dynamo 10 13: 11 11: 9 4.

    5. 1. FC Magdeburg 10 17:19 11: 9 5.

    6. FC Vorwärts Berlin 10 16:15 10:10 6.

    7. BSG Wismut Aue 10 13:12 10:10 7.

    8. 1. FC Lok Leipzig 10 18:19 10:10 8

    9. HFC Chemie 10 8: 9 10:10 9.

    10. BSG Sachsenring Zwickau 10 17:20 10:10 10.

    11. FC Hansa Rostock 10 14: 11 9: 11 11.

    12. BSG Chemie Leipzig 10 11:17 7:13 12.

    13. BSG Stahl Riesa 10 9:19 7:13 13

    14. FC Rot-Weiß Erfurt 10 10:22 5:15 14.



    HEUTE SPIELEN WEITER

    HFC Chemie - FC Carl Zeiss Jena

    FC Rot-Weiß Erfurt - 1. FC Magdeburg

    BSG Wismut Aue - 1. FC Lok Leipzig

    FC Hansa Rostock - BFC Dynamo

    1. FC Union Berlin - BSG Stahl Riesa

    FC Vorwärts Berlin - BSG Sachsenring Zwickau




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    Einstige Stärke ist zur Zeit die Achillesferse

    Mit je einer Mannschaft in den höchsten Spielklassen unserer Republik vertreten zu sein,

    ist Verpflichtung und Erfolg zugleich. Allerdings muß man in diesem Jahr kritisch hinzufügen,

    daß der Name „Chemie Leipzig" meist nur in den „unteren Regionen" zu finden war bzw. ist.

    Denn das ist der Stand vom 13.11.1970: Oberliga (12. PI i3, 11:17 Tore, 7:13 Punkte),

    Junioren-Oberliga (7. Plat, 15:10 Tore, 11:9 Punkte), DDR-Liga (13. Plan, 14:28 Tore,

    8:14 Punkte). Über Ursachen und Schwerpunkte der weiteren Arbeit gab Sektionsleiter

    Hans-Günter Hänsel Auskunft.

    Zur OBERLIGA: „Eine sachliche Zwischenbilanz besagt, daß wir in diesem Jahr auswärts

    recht erfolgreich abschnitten. Vier Mannschaften erreichten auf des Gegners Platz

    4 Pluspunkte, und zu diesen Vertretungen zählen wir. Mit der Heimbilanz von 3:5 Punkten

    sind wir aber unzufrieden. Was einst unsere Stärke war, ist heute unsere Achillesferse.

    Wir sind der Meinung, daß unsere Elf diese Schwäche bald überwinden wird. Als nach dem

    6. Spieltag eine Wende einzutreten schien, als wir die unserer Auffassung nach beste

    Formation gefunden hatten, enstand durch die Verletzung von Hans-Bert Matoul eine Lücke,

    die wir nicht zu schließen vermochten. Zahlreiche Umstellungen wirkten sich negativ auf

    die Harmonie und die Schlagkraft der Mannschaft aus. Zur Zeit sind wir eben nicht in der

    Lage, verletzte Stammspieler gleichwertig zu ersetzen. Dennoch sind wir optimistisch und

    vertrauen auf die Kampfkraft und den Willen unserer Spieler. Auch auf den

    starken Anhang, der uns seit Jahren die Treue hält." Zur JUNIOREN-OBERLIGA: „Unsere

    Junioren starteten enttäuschend. Dabei begann es im ersten Spiel gegen den 1. FC Lok

    durchaus vielversprechend. Doch in den folgenden 3 Spielen blieb die Elf weit unter

    ihrer Normalform. Mit dem 5. Spieltag und dem Auswärtssieg in Aue trat die Wende ein.

    Übersieht man den Schönheitsfehler von Halle, so wurden in der Folgezeit alle Begegnungen

    siegreich be-endet. Das Kollektiv hat sich spielerisch gefestigt. Die Ziel-stellung für diese

    Mannschaft bleibt die Heranbildung talentierter Nachwuchskräfte für das Oberliga- und

    Liga-Kollektiv. Wir werden natürlich versuchen, unseren gegenwärtigen Mittelfeldplatz zu

    festigen und auszubauen."

    Zur DDR-LIGA: „Analog zur Junioren-Oberliga war der Start dieser Mannschaft nicht

    zufriedenstellend. Die jungen Spieler unter 21 Jahren erreichten auswärts nie ihre Normalform.

    Die Ursache liegt im mangelnden Vertrauen um das eigene Können. In den letzten Heimspielen war

    ein Formanstieg und die kollektive Festigung unverkennbar. Aufgabe und Ziel dieser Mannschaft

    bleibt das Heranführen junger Spieler an das Oberliga-Kollektiv, weniger ein vorderer

    Tabellenplatz, wobei wir natürlich die Klassenzugehörigkeit nicht verlieren wollen."


    Sie zielten am besten DDR-Oberliga:

    Rentzsch (Zwickau) und P. Ducke (Jena) je 8 Tore, Vogel (Jena) 6, Sammer (Dresden),

    Sparwasser (1. FCM), Lischke (Riesa), Bartsch (Aue), Becker (BFC), Piepenburg (Vorwärts),

    Löwe (Lok), Kreische (Dresden) je 5, Gärtner (Union), Frenzel (Lok), Stein (Jena), Stieler

    (Erfurt), Hahn (Rostock) je 4.

    Junioren-Oberliga:

    Schimmelpfennig (1. FCM) und Breternitz (Lok), je 7 Tore, Wenzien (1. FCM), Kalisch (HFC),

    Eichler (Union), Körner (Aue) je 5, Beyer (Chemie), Hammer, Hermann (Lok), Neubert,

    Sengewald (Jena), Schnuphase (Erfurt), Bernert, Müller (BFC), Höll (Aue),

    Altmann (Chemie) je 4.

    Voraussichtliche Aufstellung der Junioren-Oberliga: Zschau; J. Altmann, Kehler,

    Hofmann, Porsch, Dziergwa; Rausch, Beyer; Faulian, Weigt, Bergmann.


    (dies ist ein OCR-Reader Test, Lesefehler möglich)

  • Das Jahr 1969/70 war das Letzte Jahr in welchem Chemie noch ein "Grosses Ding" gelang-die letzte grosse Erfolgreiche Saison bis zur Wende.


    -Chemies 1. Mannschaft wurde 4. der Oberliga.

    -Kontrahent Lok kickte in der DDR Liga (am Ende Aufsteiger) für welche sich Chemies 2. Mannschaft am Ende der Saison qualifizierte.



    Aber es war auch dass Jahr der unheilvollen DFV Beschlüsse zum Fördern der FCs und zum kleinkriegen der BSGen.

    Die Ersten Auswirkungen davon bekamen die BSG Aktivist Schwarze Pumpe und die BSG Stahl Eisenhüttenstatt (ehemals Stahl Stalinstadt) zu spüren, indem diese aus der DDR Liga in die Bezirksliga Strafversetzt wurden.




    Eine Saison später (1970/71) traf es Chemie besonders hart, die Erste Mannschaft stieg wegen der Erschwerten Bedingungen gar Erstmals seit Bestehen aus der Oberliga ab und die 2. Mannschaft wurde trotz sportlichen Klassenerhaltes in der DDR Liga wegen diesen Abstieg der Ersten am Ende der Saison in die Bezirksliga zurückgestuft.

    :cry:

    "Ich wurde in dem Moment zum Patrioten, als mir klar wurde,daß man mir verbieten will, einer zu sein"